Schnapsidee oder machbar: Filter-Eigenbau aus Holz und Epoxy?

Galatea75

Mitglied
Liebe Koi-Freunde,

kurze Vorab-Info zu mir und meinem Teich (ich lese schon seit Jahren sporadisch hier mit, aber habe mich erst heute angemeldet):

Ich habe einen mittelgroßen Teich mit ca. 20.000 Litern, in dem seit 4-5 Jahren zwölf Koi (ca. 20-30cm groß) zuhause sind. Der Gartenteich ist schon mehr als 30 Jahre alt und war früher nur mit ein paar Goldfischen und Orfen besetzt. Gefiltert wird einerseits über einen kleinen 3,5m langen Filtergraben, andererseits über einen Eigenbau-Tonnenfilter (4 Tonnen à 300l), jeweils in gepumpter Variante.

Nachdem mich der Tonnenfilter aus verschiedenen Gründen nervt, möchte ich diesen durch einen DIY-Mehrkammerfilter ersetzen. Und genau hier wird es spannend - allerdings zielt meine Frage nicht darauf ab, ob eine Bürstenkammer sinnvoll ist, ob das Helix bewegt oder ruhend effektiver ist etc. Da habe ich (denke ich) ausreichend Erfahrungswerte und Know-How (auch dank des Mitlesens z.B. hier im Forum).

Meine Frage geht in eine andere Richtung. Und zwar möchte ich den Filter aus Holz bauen, das ich mit mehreren Schichten Epoxy und einer ausreichenden Portion einlaminiertem Glasfasergewebe "veredeln" und wasserdicht bekommen möchte.

Der Grund: es gibt nur einen Platz für einen Filter und hier bin ich in der Breite auf ca. 60cm limitiert. Fertig gekaufte GFK-Mehrkammerfilter gibt es entweder nicht in den Maßen, die ich benötige oder sie sind (mir) zu teuer. Und für eine gemauerte Filterkammer fehlt mir halt schlicht der Platz. Und da ich mit Holz durchaus fit bin und über die Jahre schon einige größere Projekte realisiert habe, kam mir eben die Holzvariante in den Sinn.

Es gibt (vgl. Youtube) ja wohl durchaus einige Beispiele, in denen (große) Aquarien aus Holz (oftmals OSB-Platten oder Multiplex/Sperrholz) gebaut werden (jeweils eben mit Polyester- oder Epoxidharz als Innenschicht).

Was denkt Ihr dazu? Ist das machbar? Oder vollkommen idiotisch und den Aufwand nicht wert?

Nochmal zusammengefasst:

Mehrkammerfilter (ca. 400cm lang, 80cm hoch, 60cm breit).
Material Holz (geplant mehrschichtig, außen 1x22mm OSB, innen 18mm Multiplex)
Außenbehandlung: Bootslack (Der Filter steht komplett regengeschützt)
Innenbehandlung: Epoxidharz, mehrschichtig inkl. Glasfasergewebe (200g/m²)

Was haltet Ihr davon?
 

Münsteraner

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Willst du wahrscheinlich mit OSB-Platten machen? Theoretisch sicher möglich. Musst halt nur aufpassen, dass es zu 100 % überall abgedichtet ist. Halte ich persönlich für schwierig, habe aber keine Erfahrung damit. Generell sind die 60 cm Breite mehr als suboprimal. Da fallen die allermeisten Materialien eben schon raus. Bei 17,5 cm Schalsteinen bleiben dir ja nur noch 25 cm übrig.

Kannst du dir nicht von einen PE-Schweißer so was auf Maß bauen lassen?
 

Galatea75

Mitglied
Danke für die erste Einschätzung.
Willst du wahrscheinlich mit OSB-Platten machen? Theoretisch sicher möglich. Musst halt nur aufpassen, dass es zu 100 % überall abgedichtet ist.
Ja, klar, das ist die Herausforderung. Ich würde in dem Fall natürlich nicht mit dem Harz sparen und 3-4 Schichten bzw. Durchgänge machen.

Allerdings...

Generell sind die 60 cm Breite mehr als suboptimal. Da fallen die allermeisten Materialien eben schon raus. Bei 17,5 cm Schalsteinen bleiben dir ja nur noch 25 cm übrig.
Nein, nein, Mißverständnis. Das Teil wird ja nicht in eine (gemauerte) Filterkammer (so wie bei Euren "High-End-Teichen" mit Schwerkraftfilter u.ä.) gestellt, sondern ist freistehend. Ich habe also (Außenmaße) 60cm zur Verfügung in der Breite. Und deshalb die Idee mit dem Holzkorpus, der mit Harz dick beschichtet wird. Da komme ich dann auf ein Innenmaß von 50-52 cm!

Heute steht an der Stelle eben mein Eigenbau-Filter aus 4 grünen Wassertonnen. Und der funktioniert zwar, aber ist so unflexibel, alle 2 Jahre fängt eine der Tonnen mit Undichtigkeiten an oder platzt komplett, dann muß da wieder gebastelt werden, dann ist mir der Durchfluß im aktuellen System zu gering (und das würde enorme Bastelarbeiten erfodern, um alle Zu-/Abläufe in den Dimensionen entsprechend anzupassen, um den Durchfluß zu erhöhen etc.. )

Deshalb die Idee, das limitierte Wassertonnenfiltersystem durch eine Eigenbau-Variante nach meinen Vorstellungen zu ersetzen. Inkl. unterschiedlich großer Kammern, nach meinen Bedürfnissen und an die jeweiligen Filtermedien angepasst, mit optimaler Position für die UV-C-Einheit usw.
 

Galatea75

Mitglied
Moin. Das wird schon gehen. Nur bei den schmutzablässen hätte ich Bedenken ob das alles dicht wird.

Mg
Danke für Deine Einschätzung. Und klar, die Schmutzablässe z.B. sind die neuralgischen Stellen. An diesen Stellen würde ich (so jedenfalls mein Plan) die Wandstärke von ca. 38mm auf 60-70mm erhöhen, um die Stabilität der Auslässe zu erhöhen (ich werde wohl 3-4x Auslässe mit Zugschiebern einbauen). Und die dann mit ausreichend Montagekleber einkleben (ich schwöre auf Produkte von Soudal, sowohl was Holzleim, als auch die Montagekleber u.ä. betrifft. Habe da immer gute Erfahrungen gemacht die letzten Jahre.) und dann diese Stellen im Zweifel mit 1-2 zusätzlichen Schichten Epoxidharz "verschmieren".
 
Wenn Du sagst Du hast das drauf dann würde ich es einfach machen. Wenn es fertig ist wären Fotos interressant . Hatten wir hier glaube ich so noch nicht.
 

Galatea75

Mitglied
Wenn Du sagst Du hast das drauf dann würde ich es einfach machen. (...)
Naja, tja... das kommt eben darauf an. Ich würde hier nicht nach Meinungen fragen, wenn ich mir 100% sicher wäre. :cool:

Das Projekt besteht ja aus verschiedenen "Komponenten". Was den Filterkorpus aus Holz betrifft, genau das traue ich mir definitiv zu. Habe da zwischenzeitlich alles mögliche bewerkstelligt und alles steht noch und funktioniert. Und da habe ich eben auch die notwendige Erfahrung. Insofern bin ich mir in der Hinsicht sicher, dass von der Seite aus das funktionieren wird (die ca. 2.200l Wasser sorgen ja u.a. dafür, dass ein nicht ganz unerheblicher Druck auf die Wände ausgeübt wird, aber das habe ich mir ausgerechnet und werde da zusätzlich einige Versteifungen anbringen, so dass das 100% passt).

Aber die andere Komponente ist ja das Epoxidharz. Und damit habe ich nur 1-2x Kleinkram gemacht. Und langjährige Erfahrung, wie sich eine selbstgemachte Epoxidbeschichtung im Kontakt mit Wasser so verhält, die habe ich halt gar nicht.
 

Galatea75

Mitglied
@Martin69:

Ja, habe ich kurz auch drangedacht. Aber Folie ist so irre unflexibel und (jedenfalls nach meinem Empfinden) unkomfortabel zu verarbeiten. Jedenfalls wenn es um kleine Radien, Ecken und Kanten geht. Ich habe in den letzten Jahren z.B. 2-3 Hochbeete gebaut und die mit Teichfolie ausgekleidet. Und das fand ich schon jeweils mühsam mit dem Faltenwurf usw. Und die Hochbeet sind jetzt so simpel von der Grundform: 2mx1m, fertig. Keine Zu-/Abläufe, keine Kammern mit Durchflüssen etc.

Ein "Rohling" aus Holz hätte halt z.B. den Vorteil, dass ich auch "feinere" Details in den Kammern realisieren könnte. Z.B. Aufhängung für die Bürsten oder einen Absatz für das Gitter, um darauf z.B. Japanmatten "zu stapeln".... Und wenn das dann in einem zweiten Schritt mit Epoxidharz zuverlässig wasserfest gemacht werden könnte, dann wäre das natürlich ein großer Vorteil ggü. einer Lösung mit Folie.
 

pucki111

Mitglied
Hallo
das ist normal kein Problem .2 Matten und 2 mal top-coat satt auftragen. Habe so selber meine Filter gebaut und sie sind seit 4 Jahren Dicht.
mfg
Friedel
 

Blackalpinr

Mitglied
Hallo Zusammen,

Also das wird mein erster Beitrag und ich bin selbst auch noch kein Koiteichbesitzer.
Die Idee mit dem Holz/Harz Filter finde ich super.
Ich bin in Sachen Harz relativ fit und bin mir sicher das es funktioniert und auch dicht wird.
Letztlich sind die gekauften mehrfacher Filter auch nichts anderes als GFK und wenn du um Harz zu sparen und um eine Form zu haben im inneren Holz verwendest ist es nichts anderes als ein fertig Filter.
Erkundige dich ob es in deiner Nähe einen Bootsbauer etc. Gibt der dir Harz verkaufen kann.
Nichts im Baumarkt kaufen und Online wird es ohne Gewerbe meist schwierig Profi Zubehör zu bekommen, wegen Gesundheits und Arbeitsschutzverordnung.
Und meine Wahl wäre auch Polyester und kein Eqoxy Harz.
Du musst es nur genügend lange ausdämpfen lassen "Styrol" ist darin enthalten, deswegen auch die Auflagen beim Kauf
Grüße und frohes Schaffen!
Und Bilder wären toll!
 

bimbi

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Ich habe vor über 6 Jahren meinen Reihen-Filter mit Epoxidharz und Styrodur gemacht in Sandwichbauweise.
Der Läuft heute noch,hat halt den Vorteil das du gleich alles mit Isoliert ist.
Einzige mit UVC Strahlung durch einen Freistrahler ist es auf dauer nicht beständig.
Aber dazu gibt ja auch Lösungen.

P.S. klar funktioniert mi Holz ,wenn es mit Aquarien geht funktioniert das auch am Teich.
 

Guewi

Mitglied
Es gibt doch zahllose Innenhälterungen, welche als Holzkonstruktionen ausgeführt sind.

Die größte Herausforderung bei deinem Projekt wird tatsächlich der Wasserdruck sein. Da darfst dubei der geplanten Wandstärke nicht zu hoch bauen wollen.
Wenn du wirklich 2200l auf einer Fläche von 4x0,6m unterkriegen willst, dann bist du da schon in der Nähe von 1m. Das wäre mir zu heikel ohne solide Rahmenkonstruktion.
Sicherlich wird das Gewebe und das Harz dir in Sachen Widerstand gegen Flächen Pressung in die Taschen spielen, aber ich fürchte an den Eckstößen wird das System Schwächen aufweisen.

Ein Bekannter von mir hatte mal ein Hälterungsbecken aus einem geschweißten Alurohrrahmen der innenseitig mit Siebdruck-Platten beplankt war. Dieses war auch mit GFK und Epoxy versiegelt und hat lange seinen Dienst getan.

Das Becken hatte soweit ich mich erinnere sogar 1m Tiefe. Vielleicht wäre das eine Alternative zur Lösung mit OSB und Multiplex?
:rolleyes:

Auf jeden Fall planst du ein spannendes Projekt und ich wünsche viel Erfolg.
 

Galatea75

Mitglied
Danke @pucki111, @Blackalpinr, @bimbi und @Guewi, Euer ermunterndes Feedback freut mich natürlich. Dann werde ich meine Planungen mal noch weiter verfeinern und (hoffentlich) entsprechend umsetzen. Fotos gibt es dann. Versprochen!

Es ist wirklich absolut wertvoll für mich, dass ich hier jetzt Eure Einschätzungen zu dem Projekt habe. Natürlich habe ich gesehen/gelesen, dass wohl teilweise auch Aquarien aus Holz+Epoxid gemacht werden. Aber ich bin selbst kein Aquarianer und habe so ein Teil noch nie gesehen. Und wenn man sich ansonsten in den Foren so umsieht, so scheinen doch >90% aller Filter entweder Fertig-GFK-Filter oder gemauerte Eigenbau-Filter zu sein. Von Dichtschlämmen lese ich oder von Folienverklebung usw. Aber Holz+Epoxid eben (fast) nicht. ;)

Es gibt doch zahllose Innenhälterungen, welche als Holzkonstruktionen ausgeführt sind.

Die größte Herausforderung bei deinem Projekt wird tatsächlich der Wasserdruck sein. Da darfst dubei der geplanten Wandstärke nicht zu hoch bauen wollen.
Wenn du wirklich 2200l auf einer Fläche von 4x0,6m unterkriegen willst, dann bist du da schon in der Nähe von 1m. Das wäre mir zu heikel ohne solide Rahmenkonstruktion.
(...)
Ja, der Wasserdruck ist sicher nicht ohne. Aber ich plane max. so ca. 80-85cm Füllhöhe und werde (hoffe ich) ausreichend Aufsteifungen anbringen und an neuralgischen Stellen die Wandstärke auf 5-6cm erhöhen bzw. zusätzlich beplanken.


Hallo
das ist normal kein Problem .2 Matten und 2 mal top-coat satt auftragen. Habe so selber meine Filter gebaut und sie sind seit 4 Jahren Dicht.
mfg
Friedel
Hey, super @pucki111! Du bist mein Mann! :cool:

Darf ich fragen, womit Du den Korpus gemacht hast? OSB, Multiplex o.ä.? Und welche Wandstärke in etwa?

Und noch eine letzte Frage habe ich (und die ist gar nicht Holz+Epoxid spezifisch):

Mit welchem Höhenverlust des Wasserspiegels ist denn bei einem Mehrkammerfilter als Faustregel zu kalkulieren - also z.B. die Differenz zwischen Wasserspiegel auf der Eingangsseite zum Wasserspiegel auf der Abgangsseite bei einer Kammerlänge von 100cm?

Versteht Ihr, was ich meine? Ich habe halt selbst nur meinen Eigenbau-Filter bestehend aus 4x300l-Regentonnen. Und da ist der Treppeneffekt (Übergang von einer Tonne zur anderen) natürlich "eingebaut". Womit kann ich kalkulieren, wenn ich aber den gesamten 400cm-Filterkorpus in einem Stück habe. (Ich werde in 4-5 Kammern aufteilen. Ganz klassisch, zuerst Bürsten, dann Matten, dann Biologie/Hel-X usw. Teilweise horizontaler Durchfluss zwischen Kammern, teilweise Up-/Downflow) Es werden voraussichtlich so ca. 10.000l/h durchgepumpt.

Sind 1,5-2cm Niveauverlust pro 1m Filterstrecke realistisch?
 
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