Vermeintlich guter Rat.....?

Ist okay, aber:

Weizenkeime (Wheatgerm) enthalten Enzyme und Vitamine, die tatsächlich auch bei Kälte relativ stabil bleiben.
Leichte Passage: Im Vergleich zu schweren Fischproteinen "rutschen" Weizenkeime besser durch den Darmtrakt, der bei 6 °C fast stillsteht.
Keine Fäulnis: Das Risiko, dass das Futter im Darm gammelt, ist bei Wheatgerm geringer als bei proteinmastigem Sommerfutter.
2. Warum der NFE-Gehalt trotzdem kritisch ist (Energie-Effizienz)
Hier liegt der Haken: Nur weil etwas "gut verdaut" (also ausgeschieden) wird, heißt es nicht, dass es dem Fisch in der Kälte hilft.
Stoffwechsel-Kurve: Bei Temperaturen unter 8 °C sinkt die Fähigkeit des Kois, Enzyme zur Kohlenhydratspaltung (Amylasen) zu produzieren, massiv ab.
Fett vs. Zucker: Ein Koi gewinnt seine Energie im Winter viel effizienter aus Fetten (Lipiden). Kohlenhydrate (NFE) müssen unter hohem Energieaufwand verstoffwechselt werden. Wenn der NFE-Anteil zu hoch ist, verbraucht der Fisch beim Verdauen fast so viel Energie, wie er herausbekommt.
Leberbelastung: Überschüssige Kohlenhydrate, die bei Kälte nicht verbrannt werden (da der Fisch sich kaum bewegt), werden als Glykogen in der Leber gespeichert. Das kann bei zu viel NFE im Winter zur sogenannten "Fettleber" führen.

"Füttere lieber Weizenkeime als Fischmehl-Bomben." Das stimmt! "
Man sollte aber darauf achten, dass die Weizenkeime nicht nur billiges Mehl (hoher NFE) sind, sondern auch hochwertige Fette enthalten."
 

Noch ein Nachbrenner, für die Verdauung.​

Der Hinweis auf pflanzliche Hydrolysate ist als reiner Sicherheitsaspekt für die Verdauung zwar nett gemeint, ignoriert aber die Biologie: Der Koi ist ein Omnivore (Allesfresser) und kein Graskarpfen.


Wer im Winter nur auf "vorverdautes Gemüse" aus Erbse oder Soja setzt, riskiert, dass der Fisch im Frühjahr ohne Reserven dasteht (Energiemangelsyndrom). Ein Fisch braucht gerade bei Kälte hochwertige tierische Lipide und ein vollständiges Aminosäurenprofil, das Pflanzen allein nicht liefern.

Guuuts Nächtle
 
Kohlenhydrate für Koi sind gerade im Winter leicht verdaulich.
Gute Kohlenhydratquelle sind Weizenkeime und werden vom Koi gerade bei niedrigen Temperaturen unter deinen genannten
10-12° gut verdaut.
 
Hallo,

Jörg seine Argumentation zur Fütterung und seiner Verneinung von Kohlenhydraten im Winter haben mich nicht in Ruhe gelassen.
Also Arbeitskontakte meiner Frau zum LGB Berlin bemüht.

Herangezogen wurde unter anderen auch eine 90 Tage Studie über Winterfütterung von Karpfen, die nicht ganz oder immer auf unsere
Teichhaltung übertragen werden kann.
Eine Futteraufnahme z.B. wurde bis einer Temperatur von 3,1° mit einen ausgewogenen Futter nachgewiesen.
Unter anderen sollte ein Futter 3 Bedingungen erfüllen, die zu jeder Jahreszeit anders und angepasst sein sollten.
Fett - Kondition
Kohlenhydrate- Energie
Protein - Wachstum
In der Teichwirtschaft wird das Futter je nach Jahreszeit den jeweiligen Teichen bzw auch der Hälterung in Menge und Zusammensetzung
angepasst .
Wir als Koiteichbesitzer nutzen im eigentlichen Sinn meist ein Mischfutter als Alleinfutter.
Entsprechend der Jahreszeit, der Temperatur und dem Alter der Koi sollte das Mischungsverhältnis des Mischfutters angepasst sein.
Die Empfehlung für ein Mischfutter unter 12 - 10° im Verhältnis war
Protein max 20 bis 28%
Kohlenhydrate 30 bis 38%
Fett 8 bis 12%.
Die über das Mischfutter zugeführten Kohlenhydrate dienen als Energielieferant für den Stoffwechsels .
Stimmt das Verhältnis bei zu niedrigen Temperaturen nicht wird das Futter nicht effektiv genutzt.
Ist der Proteinanteil bei niedrigen Temperaturen zu hoch werden in der Teichwirtschaft gezielt Kohlenhydrate zugeführt
und reduziert den Luxusverbrauch von Nährtiereiweis.
Bekommt ein Karpfen zu bestimmten Jahreszeiten und Temperaturen unter Umstände zu hohe proteinreiche Nahrung, kann er sie primär nicht
in Wachstum und den Aufbau von Körpergewebe nutzen.
Fehlen wichtige Kohlenhydrate und Fette, fehlt den Karpfen und auch den Koi Energieangebote und der Karpfen verbrennt Proteine für den Energiebedarf.

Auch viel Text. Ich habe mehr in Steno mitgeschrieben und hoffe das ich es im Nachhinein in Zusammenhang auch wieder richtig wiedergeben konnte. Es war auch teilweise eine Informationsflut. Wenn ich den Zusammenhang nicht richtig getroffen habe, dann sorry.

So gesehen aber entnehme ich, das Kohlenhydrate bei niedrigen Temperaturen wichtig sind.
 
@michael w schön finde ich, dass beim Karpfen die Nahrungsaufnahme bis 3,5 °C nachgewiesen wurde. In den meisten Studien wird eine Wassertemperatur von 3 °C bis 4 °C angegeben für die Futteraufnahme und Futterverwertung. Koi Teichbesitzer machen gerne 5 °, 8 ° oder auch 10 ° daraus. Je nachdem, was sie bei Google eingegeben haben, wen sie fragen oder was sie sich selber zusammen reimen
 
"Füttere lieber Weizenkeime als Fischmehl-Bomben." Das stimmt! "
Man sollte aber darauf achten, dass die Weizenkeime nicht nur billiges Mehl (hoher NFE) sind, sondern auch hochwertige Fette enthalten."
Weizenkeime haben zirka 30 bis 35% Kohlenhydrate und NfE liegt bei 20 bis 30%. Nicht entölte Weizenkeime kommen auf 9-12% Fett, davon zu einem großen Teil aus wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (ca. 7 g).
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Jörg seine Argumentation zur Fütterung und seiner Verneinung von Kohlenhydraten im Winter haben mich nicht in Ruhe gelassen.
Also Arbeitskontakte meiner Frau zum LGB Berlin bemüht.

Herangezogen wurde unter anderen auch eine 90 Tage Studie über Winterfütterung von Karpfen, die nicht ganz oder immer auf unsere
Teichhaltung übertragen werden kann.
Eine Futteraufnahme z.B. wurde bis einer Temperatur von 3,1° mit einen ausgewogenen Futter nachgewiesen.
Unter anderen sollte ein Futter 3 Bedingungen erfüllen, die zu jeder Jahreszeit anders und angepasst sein sollten.
Fett - Kondition
Kohlenhydrate- Energie
Protein - Wachstum
In der Teichwirtschaft wird das Futter je nach Jahreszeit den jeweiligen Teichen bzw auch der Hälterung in Menge und Zusammensetzung
angepasst .
Wir als Koiteichbesitzer nutzen im eigentlichen Sinn meist ein Mischfutter als Alleinfutter.
Entsprechend der Jahreszeit, der Temperatur und dem Alter der Koi sollte das Mischungsverhältnis des Mischfutters angepasst sein.
Die Empfehlung für ein Mischfutter unter 12 - 10° im Verhältnis war
Protein max 20 bis 28%
Kohlenhydrate 30 bis 38%
Fett 8 bis 12%.
Die über das Mischfutter zugeführten ....

"Interessant und danke für die Mühe mit den Kontakten zum LGB!
Die Zahlen (Protein 20–28 %, KH bis 38 %) sind der Klassiker aus der Nutzfisch-Teichwirtschaft. Dort ist das Ziel die kosteneffiziente Mast.
Aber wir müssen zwischen Überleben/Mast und optimaler Konditionierung von Hochzucht-Koi unterscheiden:

Fett vs. KH: Dass der Fisch Energie braucht, um kein Protein zu verbrennen (Protein-Sparing), ist unbestritten. Aber im Winter ist Fett der sauberere Energielieferant. Kohlenhydrate (NFE) in Mengen von 38 % belasten bei 6 °C den Stoffwechsel und die Leber enorm, weil die enzymatische Aufspaltung von Stärke bei Kälte viel träger ist als die Lipolyse (Fettverwertung).
Wasserqualität: 38 % Kohlenhydrate bedeuten bei niedrigen Temperaturen eine massive Ausscheidung von unverdauten Resten.
Kirchesch (1984): Wenn wir die Dissertation von Kirchesch ( dank Mikrobe) hier heranziehen, sehen wir, dass die Verdaulichkeit von Fett auch bei Kälte bei über 90 % liegt. Warum also den Fisch mit einem riesigen Berg Kohlenhydrate belasten, wenn ich die gleiche Energie mit einer kleinen Menge hochwertiger Öle erreichen kann?

Fazit: Ja, Energie ist wichtig, damit kein Protein verbrannt wird. Aber die Quelle macht den Unterschied. Wer 'billige' Energie über 38 % Kohlenhydrate zuführt, füttert nach Mast-Kriterien. Wer auf hochwertige Fette setzt, füttert nach Koi-Kriterien. Ich bleibe dabei: Im Winter ist 'Low Carb / High Fat' für die Fischgesundheit und die Wasserqualität der bessere Weg."

Beste Grüssle
 
Zuletzt bearbeitet:
@michael w schön finde ich, dass beim Karpfen die Nahrungsaufnahme bis 3,5 °C nachgewiesen wurde. In den meisten Studien wird eine Wassertemperatur von 3 °C bis 4 °C angegeben für die Futteraufnahme und Futterverwertung. Koi Teichbesitzer machen gerne 5 °, 8 ° oder auch 10 ° daraus. Je nachdem, was sie bei Google eingegeben haben, wen sie fragen oder was sie sich selber zusammen reimen
Dass Karpfen auch bei 3,1 °C oder tiefer Futter aufnehmen, ist kein Geheimnis, das erst durch Studien ans Licht kommen musste. Als opportunistische Omnivoren fressen Karpfen instinktiv fast alles, was ihnen vor das Maul schwimmt – das ist ein Überlebensdrang und kein Indikator dafür, dass das Futter in diesem Moment auch physiologisch sinnvoll verwertet wird.
Nur weil ein Fisch bei 3 °C frisst, heißt das noch lange nicht, dass man ihm eine "Nudeldiät" verpassen sollte.

Nochmal Grüssle
 
Ein wirklich spannendes Thema.
Ich habe dazu einmal einen Beitrag von Dr. Jessie Sanders - DVM, DABVP, Autorin des Buches "How to Kill Your Koi" - eingestellt.
Vielleicht ist es ja von Interesse, wie eine Tierärztin es sieht. Insbesondere ab Minute 26:00 kommt sie noch einmal auf dieses Thema zu sprechen.
Es gibt bei diesem Beitrag auch eine (etwas gewöhnungsbedürftige) deutsche Synchronisation.

 
Ihre Aussage ab Minute 26 ist schlicht falsch. Weizenkeime sind bei allen Temperaturen etwas besser verdaulich als wie Fischmehl. Je tiefer die Wassertemperatur desto größer dürfte der Unterschied sein.
Das ist 'unrichtig' Mikrobe

Fischmehl hat ein nahezu perfektes Aminosäurenprofil für Karpfen – der Fisch muss kaum Energie aufwenden, um diese Proteine in körpereigene Substanz umzuwandeln. 'Dein Kirchesch' hat schon '84 nachgewiesen, dass die Verdaulichkeit von Fischprotein auch bei Kälte bei über 90 % bleibt.
 
Fischmehl hat ein nahezu perfektes Aminosäurenprofil für Karpfen – der Fisch muss kaum Energie aufwenden, um diese Proteine in körpereigene Substanz umzuwandeln.
Bitte nicht Aminosäureprofil und Verdaulichkeit in einen Topf werfen. das macht nun wirklich keinen Sinn.
'Dein Kirchesch' hat schon '84 nachgewiesen, dass die Verdaulichkeit von Fischprotein auch bei Kälte bei über 90 % bleibt.
Das ist "unrichtig" Jörg. Die Verdaulichkeit der Proteine geht nun mal bei niedrigen Temperaturen in die Knie, wie auch bei Kohlenhydraten und Fett. Das zeigen ja auch die Diagramme von Dr. Füllner recht deutlich.

Werte für "Normaltemperaturen".
Karpfen (common carp): Verdaulichkeit hochwertiges Fischmehl 86,4%
Karpfen (common carp): Verdaulichkeit Weizenkeime 93,6%

Quelle ist die "Bibel" der Futtermittelhersteller.
 
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