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Keimzahlen im Koiteich
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Beitrag
<blockquote data-quote="Mikrobiologie" data-source="post: 394578" data-attributes="member: 7611"><p>Hallo Stephan,</p><p></p><p>das ist durchaus wahrscheinlich.</p><p></p><p>Wer den Neuling mit dem Inhalt in der Tüte in seinen Teich gibt ist selten dämlich. Es gibt unter Profis ein eisernes Gesetz, kein Wasser aus dem Transportbehälter in die neue Umgebung.</p><p></p><p>Das kann durchaus sein.</p><p>Ich stelle mir das Ganze jetzt einmal bildlich vor. Eine gewisse (relativ kleine) Menge Keime von ein bis zwei Fischen wollen über einen Teich mit 30000 Liter Inhalt und 15-20 Koi und deren Keimbelastung die Herrschaft übernehmen. Das müssen aus meiner Sicht geradezu Superkeime sein. Denn bei den Mikroben gilt erst mal das Dominanzprinzip. Der Stärkere, also in der Regel der mit mehr Gefolgschaft, oder der, der am besten sich an die vorhandenen Bedingungen angepasst hat, übernimmt das Kommando. Aus meiner Sicht ist dies für die Neulinge mehr als schwierig. Dürfte, wenn überhaupt, nur in einem System funktionieren das bereits völlig aus der Balance ist.</p><p>Ich halte es für wahrscheinlicher, dass die etablierte Mikroflora den Neulingen zeigt wo es langgeht.</p><p>Koi haben generell ein Problem mit abrupten Änderungen in ihrer Haltung. Dies betrifft z.B. Temperatur, pH-Wert, Härte, Salzgehalt und eben auch Keimbelastung. Ein Umzug in ein neues Zuhause ist für den Neuling echter Stress und beeinträchtigt dessen Immunsystem, denn es kommen eventuell ganz andere Haltungsbedingungen auf ihn zu. Ich erwarte daher eher die Quelle der Schwierigkeiten bei den Neulingen, und zwar durch die ungewohnten Gegebenheiten in dem neuen Zuhause.</p><p>Koi stellen sich übrigens auf die Keimbelastung in ihrer Umgebung ein. Dafür benötigen sie allerdings ausreichend Zeit. Bei schneller Veränderung der Keimzahl reagieren sie zunächst mit verstärkter Schleimbildung (den Effekt hat bekanntlich auch Salz in bestimmter Konzentration). Dies ist eine wunderbare Sache aus Sicht bestimmter Parasiten, denn dies bedeutet zunächst Schutz in der Schleimschicht und Nahrung im Überfluss für sie. Im zweiten Schritt wird aber auch die Haut dünner und damit anfälliger für Parasiten und Keime. Die Kombination Stress, dünnere Haut, vermehrte Parasiten und veränderte Keimbelastung dürfte zu den Problemen führen. Hat der Koi genug Zeit sich auf die Situation einzustellen, normalisiert sich auch die erste Abwehrbarriere gegen Erkrankung, die Haut mit ihrer Schleimschicht.</p><p>Eine Möglichkeit, die Koi zu unterstützen, ist die Gabe von mit hoher Menge (1-2 g pro kg) an Vitamin C angereichertem Futter für einige Zeit.</p><p>Danach eventuell Knoblauch und Ingwer in das Futter mischen.</p><p>Wie bei allen Immunbustern ist dies nicht über einen längeren Zeitraum ratsam.</p><p></p><p>Gruß Mikrobe</p></blockquote><p></p>
[QUOTE="Mikrobiologie, post: 394578, member: 7611"] Hallo Stephan, das ist durchaus wahrscheinlich. Wer den Neuling mit dem Inhalt in der Tüte in seinen Teich gibt ist selten dämlich. Es gibt unter Profis ein eisernes Gesetz, kein Wasser aus dem Transportbehälter in die neue Umgebung. Das kann durchaus sein. Ich stelle mir das Ganze jetzt einmal bildlich vor. Eine gewisse (relativ kleine) Menge Keime von ein bis zwei Fischen wollen über einen Teich mit 30000 Liter Inhalt und 15-20 Koi und deren Keimbelastung die Herrschaft übernehmen. Das müssen aus meiner Sicht geradezu Superkeime sein. Denn bei den Mikroben gilt erst mal das Dominanzprinzip. Der Stärkere, also in der Regel der mit mehr Gefolgschaft, oder der, der am besten sich an die vorhandenen Bedingungen angepasst hat, übernimmt das Kommando. Aus meiner Sicht ist dies für die Neulinge mehr als schwierig. Dürfte, wenn überhaupt, nur in einem System funktionieren das bereits völlig aus der Balance ist. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass die etablierte Mikroflora den Neulingen zeigt wo es langgeht. Koi haben generell ein Problem mit abrupten Änderungen in ihrer Haltung. Dies betrifft z.B. Temperatur, pH-Wert, Härte, Salzgehalt und eben auch Keimbelastung. Ein Umzug in ein neues Zuhause ist für den Neuling echter Stress und beeinträchtigt dessen Immunsystem, denn es kommen eventuell ganz andere Haltungsbedingungen auf ihn zu. Ich erwarte daher eher die Quelle der Schwierigkeiten bei den Neulingen, und zwar durch die ungewohnten Gegebenheiten in dem neuen Zuhause. Koi stellen sich übrigens auf die Keimbelastung in ihrer Umgebung ein. Dafür benötigen sie allerdings ausreichend Zeit. Bei schneller Veränderung der Keimzahl reagieren sie zunächst mit verstärkter Schleimbildung (den Effekt hat bekanntlich auch Salz in bestimmter Konzentration). Dies ist eine wunderbare Sache aus Sicht bestimmter Parasiten, denn dies bedeutet zunächst Schutz in der Schleimschicht und Nahrung im Überfluss für sie. Im zweiten Schritt wird aber auch die Haut dünner und damit anfälliger für Parasiten und Keime. Die Kombination Stress, dünnere Haut, vermehrte Parasiten und veränderte Keimbelastung dürfte zu den Problemen führen. Hat der Koi genug Zeit sich auf die Situation einzustellen, normalisiert sich auch die erste Abwehrbarriere gegen Erkrankung, die Haut mit ihrer Schleimschicht. Eine Möglichkeit, die Koi zu unterstützen, ist die Gabe von mit hoher Menge (1-2 g pro kg) an Vitamin C angereichertem Futter für einige Zeit. Danach eventuell Knoblauch und Ingwer in das Futter mischen. Wie bei allen Immunbustern ist dies nicht über einen längeren Zeitraum ratsam. Gruß Mikrobe [/QUOTE]
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Wie heißte eine bekannte Vorfahrtsregel? Rechts vor...
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