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<blockquote data-quote="Dicker Onkel" data-source="post: 714691" data-attributes="member: 19556"><p>Mmmmh... </p><p></p><p>Frage: </p><p>Aus welchen Stoffen besteht vermoderndes Pflanzenmaterial von Wasserpflanzen? Stärke? Zellulose? Sonst was?</p><p></p><p>Antwort: </p><p>Beim Zersetzungsprozess von Wasserpflanzen bricht die ursprüngliche Struktur der Pflanze biochemisch auf. Vermoderndes Pflanzenmaterial besteht aus einer Mischung von noch nicht abgebauten Strukturstoffen, Zwischenprodukten des Abbaus und neu entstehenden organischen Verbindungen.</p><p></p><p>Die Hauptbestandteile lassen sich in folgende Gruppen unterteilen:</p><p></p><h3>1. Kohlenhydrate (Die Gerüst- und Speicherstoffe)</h3> <ul> <li data-xf-list-type="ul"><strong>Zellulose:</strong> Sie ist der Hauptbestandteil der pflanzlichen Zellwände. Zellulose ist ein langkettiges Polysaccharid, das von spezialisierten Mikroorganismen (Bakterien und Pilzen) mithilfe von Enzymen (Cellulasen) langsam in Glukose heruntergebrochen wird. Im vermodernden Material ist sie extrem präsent, da der Abbau Zeit braucht.</li> <li data-xf-list-type="ul"><strong>Hemizellulose:</strong> Ähnlich wie Zellulose ein Bestandteil der Zellwand, allerdings mit einer verzweigten Struktur und aus verschiedenen Zuckerbausteinen. Sie wird deutlich schneller abgebaut als reine Zellulose.</li> <li data-xf-list-type="ul"><strong>Pektine:</strong> Der „Mörtel“ zwischen den Zellwänden. Pektine sind leicht löslich und werden in der ersten Phase der Fäulnis sehr schnell von Bakterien zerlegt.</li> <li data-xf-list-type="ul"><strong>Stärke:</strong> Als klassischer Energiespeicher der Pflanze ist Stärke zwar vorhanden (vor allem in Knollen, Wurzeln oder Samen von Wasserpflanzen), im <em>vermodernden</em> Material ist sie jedoch kaum noch nachweisbar. Da Stärke eine leicht verdauliche Energiequelle ist, stürzen sich Mikroorganismen als Erstes darauf. Sie wird quasi sofort in Einfachzucker zerlegt und veratmet.</li> </ul><p></p><p>Um auch die NI noch mal fit zu halten: </p><p></p><p>Ich war mal bei einem Biogasanlagenbetreiber. Da haben wir an vielen Anlagen 50 % Maissilage und 50 % Gülle vergoren. Hört sich erst mal total biologisch an. Allerdings hat Maissilage ungefähr 10 mal mehr Energie als Gülle. Heißt dann, dass über 90 % der Energie immer noch aus Mais kommt und die Gülle eigentlich nur Platz wegnimmt im Gärkübel. (Fun-Fact: Dadurch bleibt die Maissilage weniger länge im Gärbottich und wird weniger gut verstoffwechselt. Wirkungsgrad sinkt. Gab aber nach Erneuerbarem Energien Gesetz den Güllebonus. Top, wenn Leute Gesetze machen in Bereichen, wo sie gar keine Ahnung haben.) Bei vergammelndem Pflanzenmaterial wird es wohl ähnlich sein, dass dieses im Vergleich zu leckeren Insektenlarven oder Schnecken recht wenig Power hat. Und Stärke ist da sicher auch nicht so massiv drin. Diese Energie wird die Pflanze wohl abziehen oder in Samen umwandeln vor dem Absterben. </p><p></p><p>Fazit: Bin von Stärke im Karpfenfutter echt nicht überzeugt. Kann aber jeder füttern, was er für sinnvoll hält.</p></blockquote><p></p>
[QUOTE="Dicker Onkel, post: 714691, member: 19556"] Mmmmh... Frage: Aus welchen Stoffen besteht vermoderndes Pflanzenmaterial von Wasserpflanzen? Stärke? Zellulose? Sonst was? Antwort: Beim Zersetzungsprozess von Wasserpflanzen bricht die ursprüngliche Struktur der Pflanze biochemisch auf. Vermoderndes Pflanzenmaterial besteht aus einer Mischung von noch nicht abgebauten Strukturstoffen, Zwischenprodukten des Abbaus und neu entstehenden organischen Verbindungen. Die Hauptbestandteile lassen sich in folgende Gruppen unterteilen: [HEADING=2]1. Kohlenhydrate (Die Gerüst- und Speicherstoffe)[/HEADING] [LIST] [*][B]Zellulose:[/B] Sie ist der Hauptbestandteil der pflanzlichen Zellwände. Zellulose ist ein langkettiges Polysaccharid, das von spezialisierten Mikroorganismen (Bakterien und Pilzen) mithilfe von Enzymen (Cellulasen) langsam in Glukose heruntergebrochen wird. Im vermodernden Material ist sie extrem präsent, da der Abbau Zeit braucht. [*][B]Hemizellulose:[/B] Ähnlich wie Zellulose ein Bestandteil der Zellwand, allerdings mit einer verzweigten Struktur und aus verschiedenen Zuckerbausteinen. Sie wird deutlich schneller abgebaut als reine Zellulose. [*][B]Pektine:[/B] Der „Mörtel“ zwischen den Zellwänden. Pektine sind leicht löslich und werden in der ersten Phase der Fäulnis sehr schnell von Bakterien zerlegt. [*][B]Stärke:[/B] Als klassischer Energiespeicher der Pflanze ist Stärke zwar vorhanden (vor allem in Knollen, Wurzeln oder Samen von Wasserpflanzen), im [I]vermodernden[/I] Material ist sie jedoch kaum noch nachweisbar. Da Stärke eine leicht verdauliche Energiequelle ist, stürzen sich Mikroorganismen als Erstes darauf. Sie wird quasi sofort in Einfachzucker zerlegt und veratmet. [/LIST] Um auch die NI noch mal fit zu halten: Ich war mal bei einem Biogasanlagenbetreiber. Da haben wir an vielen Anlagen 50 % Maissilage und 50 % Gülle vergoren. Hört sich erst mal total biologisch an. Allerdings hat Maissilage ungefähr 10 mal mehr Energie als Gülle. Heißt dann, dass über 90 % der Energie immer noch aus Mais kommt und die Gülle eigentlich nur Platz wegnimmt im Gärkübel. (Fun-Fact: Dadurch bleibt die Maissilage weniger länge im Gärbottich und wird weniger gut verstoffwechselt. Wirkungsgrad sinkt. Gab aber nach Erneuerbarem Energien Gesetz den Güllebonus. Top, wenn Leute Gesetze machen in Bereichen, wo sie gar keine Ahnung haben.) Bei vergammelndem Pflanzenmaterial wird es wohl ähnlich sein, dass dieses im Vergleich zu leckeren Insektenlarven oder Schnecken recht wenig Power hat. Und Stärke ist da sicher auch nicht so massiv drin. Diese Energie wird die Pflanze wohl abziehen oder in Samen umwandeln vor dem Absterben. Fazit: Bin von Stärke im Karpfenfutter echt nicht überzeugt. Kann aber jeder füttern, was er für sinnvoll hält. [/QUOTE]
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