NH4 / NO2 im Alltag, welche Bereiche habt ihr so?

ToHo

Mitglied
Hi zusammen

Hab klar zuerst die Suchfunktion bemüht, und aus Gesprächen schon diverse "Grenzwerte" rausgehört.
Hat meine Frage aber nicht hinreichend klären können.
Was sich immer rauskristallisiert ist die Aussage: sollte nicht nachweisbar sein.

Also liebes Team.
Wie sieht das aber in der Praxis aus? Wo liegen denn die "normalen" NO2 (NH4) Werte bei "normaler" Fütterung.
Mein JBL Test zeigt bei 0,1 / 0,2 auf der Farbkarte ja schon den "Obacht" Balken.
Kommt man wirklich im laufenden Betrieb auf "nicht nachweisbar" oder zeigt die Realität eher diesen kleinen Farbumschlag?

Hintergrund der Frage ist für mich einfach Erfahrungswerte zu sammeln.
Geht auch nicht um ein Maskieren oder einen Peak, sondern ab wann man Gegensteuern sollte (TWW, Futterstop, ne Pulle Bakkis extra in den Filter)
Fiktives Beispiel k.A. im Frühjahr wenn man die Futtermenge erhöht.
Falls das hier schon mal ausgiebig diskutiert wurde dann nehm ich auch gern den Link dazu.

Danke euch
VG Torsten
 
Was sich immer rauskristallisiert ist die Aussage: sollte nicht nachweisbar sein.
Das wünschen sich immer alle und das wäre sicherlich auch schön, ist aber in der Realität so gut wie nicht zu erreichen und manchmal auch ein bisschen davon abhängig wann und wie gemessen wird.

Wie sieht das aber in der Praxis aus? Wo liegen denn die "normalen" NO2 (NH4) Werte bei "normaler" Fütterung.
Mein JBL Test zeigt bei 0,1 / 0,2 auf der Farbkarte ja schon den "Obacht" Balken.
Kommt man wirklich im laufenden Betrieb auf "nicht nachweisbar" oder zeigt die Realität eher diesen kleinen Farbumschlag?
In den allermeisten Teichen ist ein geringer, Nitrit nachweisbar. Je nach Filterung, Besatz, Futter, und Futtermenge, Wasserwerte und vor allem auch Temperatur oder Temperaturschwankungen ist mal mehr und mal weniger Nitrit und auch Ammoniak nachweisbar. In den meisten Fällen in einem nicht gefährlichen Bereich und meist auch relativ schnell wieder verschwindent

Hintergrund der Frage ist für mich einfach Erfahrungswerte zu sammeln.
Geht auch nicht um ein Maskieren oder einen Peak, sondern ab wann man Gegensteuern sollte (TWW, Futterstop, ne Pulle Bakkis extra in den Filter)
Fiktives Beispiel k.A. im Frühjahr wenn man die Futtermenge erhöht.
Wenn der Filter im Winter gelaufen ist und gefüttert wurde, wird sich die Biologie im Filter problemlos anpassen. Dennoch kommt es in vielen Teichen irgendwann im Laufe des Jahres zu einem Peak. Gegensteuern ist immer eine viel diskutierte Angelegenheit an den Teichen. TWW ist bei Nitrit völlig sinnfrei. Futterstopp genauso. Eine Pulle Bakkis sind eher die Lösung und auf jeden Fall drüber nachdenken, warum die Biologie in den Knick gegangen ist. Nitrit ist immer ein Hinweis darauf, dass zu wenig Bakterien in der Biologie vorhanden sind.
Bei Ammoniak sieht die Geschichte anders aus. Da braucht es große Wasserwechsel und zumindest am Anfang einen Futterstop. Der Rest ist dann ein Stück weit wieder individuell.

Danke euch
VG Torsten
 
deswegen habe ich geschrieben: zu Anfang.
Je nachdem wie der Ammoniak Wert im Teich ist. Wenn also ein sehr großer Wasserwechsel durchgeführt werden muss, macht es für ein bis zwei Tage schon Sinn, die Tiere erst mal wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Stress und fressen verursacht beides eine erhöhte Atmung und eine erhöhte Atmung bedeutet mehr Ammoniak im Wasser. Wenn die Tiere dann wieder zur Ruhe gekommen sind. Nach dem Wasserwechsel, kann man in kleinen Mengen und unter Kontrolle der Wasserwerte wieder anfangen, kleine Mengen zu füttern. Diese Menge erhöht man täglich unter kontrolle der Wasser Werte. Verschlechtern sich diese wird die Futtermenge wieder reduziert, verbessern sich die Werte kann man täglich etwas mehr geben. Meist kann man auf die Art und Weise nach einer Woche kein Ammoniak mehr nachweisen und hat somit die Bestätigung, dass der Filter dieses wieder ausreichend abbaut.

Das ist nicht nur eine Vorgehensweise bei bestehenden Filterproblemen, sondern auch wenn man eine größere Menge Fische neu in den Teich gesetzt.
 
Je nachdem wie der Ammoniak Wert im Teich ist. Wenn also ein sehr großer Wasserwechsel durchgeführt werden muss, macht es für ein bis zwei Tage schon Sinn, die Tiere erst mal wieder zur Ruhe kommen zu lassen.
Ein großer Wasserwechsel stresst die Koi mehr als wie etwas erhöhte Ammoniumwerte.
Stress und fressen verursacht beides eine erhöhte Atmung und eine erhöhte Atmung bedeutet mehr Ammoniak im Wasser.
Diese Aussage ist richtig und falsch zugleich. Bei erhöhten Ammonium-/Ammoniakwerten laufen sehr unterschiedliche Prozesse ab die sich ergänzen. Ein Futterstop unterbricht diese Zusammenhänge und führt zu einem negativen Ergebnis. Auch wenn es paradox aussieht, ein Futterstop führt zu erhöhten Ammoniakwerten im Blut der Koi.
Das ist nicht nur eine Vorgehensweise bei bestehenden Filterproblemen, sondern auch wenn man eine größere Menge Fische neu in den Teich gesetzt.
Wer einen kompletten Futterstop macht bei Vergesellschaftung ist aus meiner Sicht selber schuld wenn die Koi krank werden.
 
Wer einen kompletten Futterstop macht bei Vergesellschaftung ist aus meiner Sicht selber schuld wenn die Koi krank werden.

Du hast mich falsch verstanden. Ich rede davon, wenn viele Tiere in einen Bestand neu dazu gesetzt werden. Beispiel in einem Kundenteich: sehr viele Tosai wurden nach der Quarantäne zum Altbestand gesetzt und relativ zügig gefüttert. Ammoniak ist in dem Teich durch die Decke gegangen, mit verheerenden Folgen. 95 % der Tonsai und ein Teil vom Altbestand haben es nicht überlebt.
 
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