Ein Jahr Erfahrungen mit einem Inazuma ITF-50

KOI & Co - Alles für den Koi und seinen Teich

Helmut11

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An dieser Stelle möchte ich meine Erfahrungen mit dem Einbau und Betrieb eines Trommelfilters Typ ITF-50 der Fa. Inazuma vorstellen.

Damit man den Entscheidungsprozeß zur Anschaffung eines Trommelfilters besser verstehen kann, habe ich aus der Vorgeschichte ein paar Fakten zusammengestellt.

Die mit einem Jahr Vorlaufzeit geplante Neugestaltung unseres Gartens mit gleichzeitiger Entstehung eines Schwimmteiches begann im August 2004. Oberste Prämisse war, keine Technik im Garten zu sehen.

2.Teil folgt
 

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Helmut11

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2.Teil

Bei einem ortsansässigen Teich- und Kunststoffbauer hatte ich einen kompetenten Gesprächspartner für die Planungsphase gefunden. Viele technische Fakten fand ich im Internet, die ich dann in Gesprächen z.B. mit Herrn Jorek von NATURAGART , Fachleuten von Holzum oder Teichbesitzern in unserem Umkreis, vertiefen konnte. Die statischen Dinge an den Steilufern hatte ich mit dem Pflasterer besprochen. Zusätzlich hatte ich mir Fachliteratur geliehen und gekauft. Im Oktober 2005 war die Teichanlage, die ich in glasfaserverstärktem Kunststoff – GFK – laminiert hatte, fertig.

Mit meinem Kunststoffbauer vereinbarte ich, daß ich die Teichtechnik zu vergünstigten Konditionen bei ihm einkaufe. Dabei hat er mich auch von der Funktionalität eines Vortex-Grobschmutzfilters überzeugt. Dies ist ein zylindrisch-konischer Behälter mit 135cm Durchmesser und 140cm Höhe. Durch die tangentiale Einströmung des Teichwassers entsteht in dem runden Behälter eine Drehbewegung die bewirkt, daß die schweren Schmutzpartikel durch die Zentrifugalkraft nach außen gedrückt werden und dann nach unten durch einen Schmutzwasserablauf abgelassen werden können. Das so „gereinigte Wasser“ läuft in der Mitte an der Oberfläche ab.
3.Teil folgt
 

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Helmut11

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Teil 3

Das physikalische Prinzip hat mich sofort begeistert und ich richtete die gesamte Planung des unterirdischen Technikraumes nach diesen Maßen aus. Siehe Bild Technikraum 2005. Das Filterergebnis war fast vollkommen. Aber eben nur fast. Im nachgeschalteten Biofilter waren zuerst Bürsten und dann Schaumplatten im Eingang, damit die weiteren Materialien mit den Bakterien sich nicht mit Feinschlamm zusetzten.

Mit größerer werdender Anzahl wachsender Fische, größerer Fütterung und Laubfall im Herbst hatte der Vortex sicherlich 90-95 % der Schmutzpartikel „ausgefiltert“. Aber die restlichen 5-10% haben den Eingangsfilter vom Biofilter nach spätestens einer Woche zugesetzt. Die feineren Partikel waren sogar über den ganzen Biofilter verteilt. Es wurde langsam immer mehr Arbeit.

Im Oktober 2007 habe ich dann den Glauben an das 1000-Euro-Stück verloren. Es fiel der Stichsäge zum Opfer, da es am Stück nicht aus dem Technikraum zu holen war.
4.Teil folgt
 

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Helmut11

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Teil 4

Eigentlich sollte in diesem Jahr auf ein paar Quadratmetern neben dem Teich ein Wasserfall mit Wassertreppe zum Teich entstehen. Ich erinnerte mich an Gespräche mit dem Biologen Jorek von NATURAGART. „Ideal ist ein Filterteich neben dem Teich“. Also wurde der Wasserfall gestrichen und es entstand ein 10 m³-Filterteich. Der war so angelegt, daß zwischen Ein- und Auslauf 5m Länge bei ca. 2m² Querschnitt vorhanden war. Dadurch fließt die gesamte Wassermenge so langsam, daß sich die Schmutzpartikel absetzen können. Das so gereinigte Wasser verlässt fast klar diesen Teich durch einen im Ablauf befindlichen Grobfilter aus Bürsten und Schwamm mit 10 ppi, damit sich wie oben schon beschrieben, der nachgeschaltete Biofilter nicht zusetzt.
Im Frühjahr 2008 ging der Filter in Betrieb. Die eingesetzten Wasserpflanzen konnten ihre Arbeit aufnehmen.
Teil 5 folgt
 

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Teil 5

Im Laufe der Jahre stieg der Fischbesatz weiter bis auf 33 Kois. Damit auch die Futtermenge und der Kotabsatz. In einem Jahr sind wir der Fadenalgenplage nicht Herr geworden und es passierte das, was ihr euch schon denken könnt. Die Grobschmutzfänger im Ablauf des Filterteiches machten verstärkt Arbeit. Am Ende mussten wir wegen des hohen Gewichtes mit 2 Personen die 100x60cm großen Filterschwämme aus dem Filterteich ziehen, um sie zu reinigen.
Teil 6 folgt
 

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Helmut11

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Teil 6

Durch Zufall sahen wir auf der Interkoi 2012 einen Edelstahl-Trommelfilter der Fa. KS-Filtertechnik. Ich war begeistert. Aber der Preis von ca. 6500 € holte mich schnell wieder runter von diesem Tripp.
Im Nachgang konnte ich einen dieser Filter an einem 190.000 Liter-Teich bei der Arbeit begutachten. Es war eine gepumpte Anlage. Der Techniker sagte mir, das würde auch an meiner Schwerkraftanlage funktionieren.
Teil 7 folgt
 

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Helmut11

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Teil7

Ich wollte mir aber erst noch weitere Filter anschauen. So hatte ich die Möglichkeit, mir einen Oase- und einen Inazuma-Trommelfilter im Detail anzuschauen. Die wabbeligen Weichplastikteile vom Oase sind mir gleich aufgestoßen. Dafür aber günstig im Preis. Der Inazuma macht fertigungstechnisch einen überzeugenden Eindruck. Der Listenpreis für den ITF-50 mit ca. 4500 Euro schon deutlich höher.

In der Fachliteratur habe ich dann noch weitere Alternativen gefunden. Neben dem Spaltfilter den Vlies-Filter. Nach den folgenden Internet-Recherchen und Telefonaten mit Herstellern, Händlern und Betreibern solcher Vlies-Filter konnte ich schnell errechnen, das die Betriebskosten des Filters für meinen Teich relativ schnell die Mehrkosten eines Trommelfilters übersteigen. Dazu kommt dann doch wieder die Reinigungsarbeit mit der Vliesrolle. Und genau die wollte ich nicht mehr haben. Also stand der Entschluß fest, es musste ein Trommelfilter sein. (Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich will den Vliesfilter nicht schlecht reden. Er hat sicherlich seinen Einsatzbereich.)

Nach weiteren Recherchen über Hersteller von Trommelfiltern bin ich an ein ortsansässiges Gartencenter gelangt, über das ich einen Inazuma-TF hätte bestellen können. Nach technischer Abklärung hatte ich mich auf einen ITF-50 mit einer Komfortsteuerung festgelegt und Angebote eingeholt. Laut Liste liegt der Filter bei 4490€ und der Aufpreis für die Komfortsteuerung bei 1190€. Die Komfortsteuerung sollte das Sahnehäubchen auf dem TF sein. Als Automatisierungs-Ingenieur bin ich an Betriebsdaten besonders interessiert. Ich konnte die Komplettanlage mit einem zufriedenstellenden Rabatt und kurzer Lieferzeit ordern. Bilder und Technik auf inazuma-online.de

Während der technischen Abklärung des Filters wurde bereits deutlich, daß der Einbau des Filters in meine bestehende Teichanlage einen gravierenden Umbau erfordert.

Der alte Zustand erforderte in der Sommerphase den Betrieb meiner 2 Pumpen über einen zentralen Bodenablauf und einen Skimmer bei einer Verrohrung mit 110er KG / HT. Druckseitig waren drei 50er Eingänge zum Teich vorhanden. Die zwei Pumpen hatten zusammen eine ausgeliterte Netto-Menge von etwa 16.000 Liter/h. (Brutto 22.300 L/h).
Teil 8 folgt
 

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Helmut11

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Teil 8

Der ITF-50 benötigt aber bei voller Leistung 30.000 L/h. Also musste eine Lösung gefunden werden, eine weitere Pumpe zu integrieren und die saugseitige Verrohrung von 110mm (80cm²) auf 160mm (180cm²) zu ersetzen. Zusätzlich wird ein weiterer Bodenablauf nötig. Auch die Summe der Einlaufquerschnitte musste verdoppelt werden. Im Taikan Band III findet man gute Hilfestellung und Berechnungsgrundlagen. Weiterhin musste der optimale Platz für den TF gefunden werden, damit er bis zum angegeben Maß unter der Wasserlinie stehen konnte (Schwerkraftanlage). Letzteres stellte sich dann als schwierigstes Problem heraus. Im Technikraum hätte er zwar bis unter der Decke stehen können, wegen der Wasserlinie, aber dann wäre der Deckel nicht mehr zu öffnen gewesen und man hätte nicht mehr hinein schauen können. Dazu kam das Problem mit dem Filterteich. Dieser lag bei der alten Konzeption in einer Reihenschaltung von Teich-Filterteich-Biofilter-Pumpen. Das neue Konzept zeigt eine Parallelschaltung zweier Teiche mit nachgeschaltetem Trommelfilter-Biofilter-Pumpen.
 

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Helmut11

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Teil 9

Nach einigen Tagen mit Block und Bleistift entstand eine Lösung. Am Ausgang des alten Filterteiches muß eine abgeschottete Kammer für den TF entstehen. Diese Kammer benötigt neue Rohrverbindungen zum Technikraum, bestehend aus : 160er Vor- und Rücklauf, 110er Abwasser und 110er für Verkabelung.
Teil 10 folgt
 

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Helmut11

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Teil 10

Für die fast dreimonatige Umbauphase hatte ich einen Arbeitsablaufplan erstellt, denn beide Teiche mussten leer sein und die Fische kurzfristig in einen 6000 L Swimmingpool mit Filteranlage umziehen. Auch für die Wasserpflanzen musste eine Lösung gefunden werden.

Mit Beginn der Verrohrungsarbeiten stand ich gleich vor dem nächsten Problem. Die 3m lange Verbindung zwischen Technikraum und neuer Filterkammer verlief unter einem gepflasterten Weg.
Diesen hätte ich 120cm Tief aufnehmen müssen. Siehe Bild : Teich Rohrtrasse.
Also entschloß ich mich, die Rohre im Pressverfahren unter dem Weg zu verlegen. Nach etwa 50 cm Presslänge musste ich einsehen, daß dieses Verfahren auch mit Einsatz einer hydraulischen Presse aus der KFZ-Technik nicht zum Erfolg führte. Danach habe ich aus dem Werkzeugverleih ein Bohrgestänge mit Verlängerung benutzt. Als Antrieb diente mein schwerer Boschhammer. Nach drei Tagen waren die Rohre verlegt.
Teil 11 folgt
 

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Helmut11

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Teil 11

Die weiteren Arbeiten verliefen wie geplant :
- Trennwand und Bodenablauf im alten Filterteich aus GFK erstellen.
- TF einbauen, ausrichten und verrohren.
- Zusätzlichen Bodenablauf im Teich laminieren.
- Drei zusätzliche Einläufe in den Teich erstellen.
- Verrohrung im Technikraum umbauen und erweitern.
- 9-Kammer-Biofilter zu einer Kammer umbauen und laminieren.
- Neue Rohrpumpe HP30 installieren.
- Vorhandene Pumpen Aquamax 10.000 und Sequence 12.300 installieren.
- UVC-Geräte einbauen.
- Vorhandenes Durchflußmeßgerät einbauen.
- Neu entwickelten Wasserstandssensor einbauen.
- Energieversorgung anpassen.

Teil 12 folgt
 

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Helmut11

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Teil 12

Weiterhin hatte ich mich entschieden, die Komfortsteuerung nicht am TF in der Kammer zu installieren, sondern im trockeneren Technikraum.
Abschließend laminierte ich noch eine Deckplatte aus GFK für die TF-Kammer.
 

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