Brauche dringend Rat

Hallo Serge01,
kurz etwas zu deinem Futter. Es hat etwa 44% reine Getreidebestandteile und damit, nach deinen Angaben, einen berechneten NfE - Wert von 30-35% (je nach Feuchte). Der Wert ist damit eindeutig zu hoch und das Futter im Winter absolut ungeeignet.
Koi verdauen die NfE (die Stärke ) bei Temp. unter 8° so gut wie gar nicht mehr. Die Weizenpampe bleibt im Darm, wird nicht verdaut, es gärt. Gas, Säuren, Schleim entsteht und die Darmflora kippt schleichend.

Ich mach da demnächst mal ein neues Thema auf, " Koi im Winter", oder so , da können wir dann auch Konny´s Winterniere mal behandeln und Mikrobe`s Umdenkproblem. :cool:;)
 
Koi verdauen die NfE (die Stärke ) bei Temp. unter 8° so gut wie gar nicht mehr.
Auch da liegst Du nach meinem Kenntnisstand weit daneben.

Ausnutzung der Futterbestandteile bei 8-10°C Wassertemperatur:
Rohprotein 80-85% bei geringer Futtermenge, 60-70% bei höherer Futtermenge
Kohlenhydrate 80-85% bei geringer Futtermenge, 50-55% bei höherer Futtermenge
Rohfett 30-35% bei geringer Futtermenge, 25-30% bei höherer Futtermenge

Quelle: Dr. Gert Füllner, Mitautor von dem Buch "Biology and Ecology of Carp".
 
Okay, das mag richtig sein, bei Temperaturen von 10° C und mehr. Da liegt auch der Kipppunkt. Es geht uns/ mir um den Temperaturbereich darunter, den zwischen 8 und 4° C.
 
Okay, das mag richtig sein, bei Temperaturen von 10° C und mehr.
Ich hatte 8°C geschrieben!
Da liegt auch der Kipppunkt. Es geht uns/ mir um den Temperaturbereich darunter, den zwischen 8 und 4° C.
Du glaubst aber nicht ernsthaft bei 2°C weniger stellt sich eine Temperaturabhängigkeit völlig auf den Kopf. Im Prinzip hätte ich die Kurven weiter nach unten extrapolieren können. Dann wäre der Abstand sogar noch deutlicher geworden.
 
Hier mal ein Anfang von mir zu dem Thema.


Im Winter sind beim Karpfen die energieintensivsten Organe:


1. Gehirn und Nervensystem

2. die osmoregulatorische Organe,Kiemen und Niere

3. Herz-Kreislauf-System

4. Leber (in reduzierter Form)

5. Muskulatur

6. Verdauungssystem

Beim Karpfen ist das Gehirn im Winter der größte Energieverbraucher weil Grundfunktionen wie Atemsteuerung, Gleichgewicht und Reizverarbeitung nicht abgeschaltet werden können.

Dann folgen die Kiemen und die Niere. Die Hauptaufgabe der Kiemen und der Niere im Winter ist die Osmoregulation, weil ständig Wasser in den Körper eindringt, welches unbedingt wieder ausgeschieden werden muss. Dabei gehen dem Körper Salze verloren (eine Anmerkung dazu kann ich mir nicht verkneifen : Salzzugaben in denKoi-Teich sparen Energie) ;-)
Die Leber hat im Winter einen wesentlich geringeren Energieverbrauch als im Sommer. Sie nutzt die Fettreserven und Glykogen.

Nicht energieintensiv ist die Muskulatur, wenn der Fisch sich am Teichgrund i.d.R. ablegt und sich kaum bewegt.
Da Karpfen im Winter kaum oder gar nicht fressen ist auch ihre Darmaktivität stark reduziert.

Sie überstehen den Winter durch Ruhe und gespeicherte Energie und nicht durch Fütterung.
Im echten Winterbetrieb, also beiWassertemperaturen < 8-10 °C bezieht der Koi/Karpfen seine Energie ausschließlich aus Fett und nicht aus Kohlenhydraten.

Kohlehydratreiches Futter (Getreide,Stärke, Weizenkeime) führt dann schleichend zu:
Fehlverdauung&Darmdysbiose, Fettleber& Stoffwechselstörungen, Immunsuppression, erhöhter Krankheitsanfälligkeit im Frühjahr, usw.

Lieber ein leichter Energiemangel als eine falsche Energiequelle, aus den bunten Tüten.

Karpfen /Koi fressen opportunistisch und ihre natürliche Nahrung können sie auch bei sehr niedrigen Temperaturen "natürlich" immer fressen.


Grüßle
Hinnerk

Quellenangaben dazu auf Anfrage
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann folgen die Kiemen und die Niere. Die Hauptaufgabe der Kiemen und der Niere im Winter ist die Osmoregulation, weil ständig Wasser in den Körper eindringt, welches unbedingt wieder ausgeschieden werden muss.
Sorry, aber eine Seite zuvor hast du noch gegenteilig geschrieben.
Kohlehydratreiches Futter (Getreide,Stärke, Weizenkeime) führt dann schleichend zu:
Fehlverdauung&Darmdysbiose, Fettleber& Stoffwechselstörungen, Immunsuppression, erhöhter Krankheitsanfälligkeit im Frühjahr, usw.
Dies Zeilen sind aus meiner Sicht nicht ganz korrekt oder du interpretierst sie nicht verständlich.
 
Hi Michael,
was habe ich wo gegenteilig beschrieben? ich erkenne jetzt keinen Widerspruch. Helft mir.
Und das Eis trägt mich gut, denke ich. Beweise liefere ich später, vielleicht morgen schon. Habe jetzt den Kopf an Masse gelegt.
Gut´s Nächtle
 
Nach deiner Aussagen vor 1 oder 2 Seiten, ist ja jegliches Futter im Winter unter 8° falsch.
Gefährlich deine Aussagen.
Einige Aussagen sind vor allem nicht zutreffend.
Auch wenn man immer etwas vorsichtig sein muss Forschungsergebnisse über Karpfen auf Koi zu übertragen geben diese - neueren Ergebnisse - doch ein ganz anderes Bild.
Viele der Aussagen über das Verhalten von Karpfen/Koi bei tiefen Temperaturen sind 30 Jahre und mehr alt und haben sich zu Mythen entwickelt. Und Mythen halten sich gerade in der Koiszene sehr hartnäckig. ;)

Wobei man feststellen kann, auch die Experten für Karpfen/Koi diskutieren das Thema Futter im Winter teilweise genau so kontrovers wie "Experten" in Foren oder Internet allgemein.
 
Einige Aussagen sind vor allem nicht zutreffend.
Auch wenn man immer etwas vorsichtig sein muss Forschungsergebnisse über Karpfen auf Koi zu übertragen geben diese - neueren Ergebnisse - doch ein ganz anderes Bild.
Viele der Aussagen über das Verhalten von Karpfen/Koi bei tiefen Temperaturen sind 30 Jahre und mehr alt und haben sich zu Mythen entwickelt. Und Mythen halten sich gerade in der Koiszene sehr hartnäckig. ;)

Wobei man feststellen kann, auch die Experten für Karpfen/Koi diskutieren das Thema Futter im Winter teilweise genau so kontrovers wie "Experten" in Foren oder Internet allgemein.
Hier neuere Aussagen. Hoffe die Verlinkung klappt. Ich bin auch kein Experte, nicht einmal ein Profi, möchte nur mein Wissen erweitern.

 
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