Welcher UVC-Klärer?

wr schrieb:
Hallo,

Lampen für den Koiteich sind immer Amalgamlampen, weil nur die für den Teich notwendig Wellenlänge bringen.
Gruß Wolfgang

:?:
Das hätte ich gerne von Dir erklärt.
Gruß Dirk
P.S. Bitte fülle mal Dein Prfil aus, damit man weiß welche Technik Du hast.
 
Hallo Leute,

nochmals vielen Dank für Eure Antworten.

Aber nach reichlicher Überlegung (am Wochenende hatte ich mal Zeit) werde ich doch den OASE Bitron UV-Klärer holen, da ich diesen optimal in mein bestehendes Filtersystem integrieren kann. Hier kann ich auch den 2-Zoll-Schlauch ohne Probleme anschließen.
Nur welche Größe? 36 W oder 55 W?

Bei der Tauch-UVC hätte ich noch meinen Pumpenkasten aufwendig mit Edelstahlblechen auskleiden müssen und das wäre auch teuer geworden!

Desweiteren möchte ich doch etwas mehr Geld in die Hand nehmen und meinen Kois bzw. dem Wasser etwas Gutes tun.

Ich überlege mir noch ein zusätzliches Modul mit Bioballs zuzulegen. Lohnt sich das bei meiner Teichgröße? Ich habe ein Abscheidermodul (M2) und ein Filtermattenmodul (M3). Welchen Vorteil hätte ich durch die Bioballs?

Gruß Elmar
 
Hallo Elmar,
tu Dir selber einen gefallen und komme von den O....artikeln weg. Was nützt Dir ein Bitron mit großen Anschlüssen und einer kurzen Verweilzeit des Wassers, die Geräte von O... sind einfach zu kurz - mach Dir die Mühe und nehme wenigtens ein TMC 55W. Es gibt genügent PVC Teile die in das TMV eingeschraubt werden - auch für 2" und Du hast ein günstigeres besseres Gerät. Die Ersatzleuchtmittel sind auch günstgier und Du kannst jedes Jahr GEld sparen.
Von den Bioballs kann ich Dir nur abraten, die haben kaum Oberfläche und absolut veraltert - wenn Du schon Plastik Medien nimmst dann wenigstens Helix.
Gruß Dirk
 
Hallo,

Grundsätzlich schickt die Sonne eine Menge elektromagnetischer Strahlung zu uns.
Die Strahlung umfaßt den Bereich von 200 - 3200 nm. Dabei wird der Bereich kleiner 280 nm als UVC, 280 - 320 nm als
UVB und 320 - 400 als UVA , Strahlung größer 700 nm als Infrarot bezeichnet. Dazwischen liegt das sichtbare Licht.
Der Anteil der auf die Erde gelangt ( UV komplett ) sind etwa nur 5 %. Der Rest wird reflektiert, absorbiert und gestreut beim Durchtritt durch die Erdamosphäre. Damit trifft meßbare Strahlung erst ab 290 nm auf die Erde. Die Wirkung auf die Pflanzen ( z.B. Algen ) unterschiedlich, denn einerseits braucht die Pflanze die Strahlung zur Photosynthese, andererseits kommt es vorallem im Absorptionsbereich der DNA ( um die 251 nm !, die Amalgam UVC hat einen Bereich von 254 nm) zur Bildung von Dimeren ( das sind irreguläre Verknüpfungen von DNA Basen ). Bei höheren Pflanzen hauptsächlich Pyrimidindimere. Nun wird immer geschrieben es gebe bei UVC keine Resistenzen , das ist zwar richtig, aber auch Pflanzen haben genauso wie der Mensch ein DNA Reparatursystem. Das heißt bei zu geringer Strahlung ist die Pflanze in der Lage die gesetzen Defekte zu reparieren und des weiteren die UVC Strahlung durch Bildung von Schutzstoffen ( sog. Flavonoide ) unschädlich zu machen. Vergleichbar mit der Bräunung der Haut beim Menschen, die weitere Sonnenbrände vermeidet. Ähnlich ist der Mechanismus bei Bakterien, deren DNA weniger geschädigt wird.
Zusätzlich können Mutationen auftreten die das Ganze noch komplizieren.
Daraus ergibt sich die erste Forderung : DIE STRAHLENQUELLE MUSS STARK GENUG SEIN.
Anderenfalls ist es nur schönes blaues Licht. Dabei kommt es nicht auf die Wattzahl der Lampenkombination an , sondern auf die Wattzahl der UVC Strahlung. Das wird von den meisten Herstellern aber leider verschwiegen und steht höchsten irgendwo kleingedruckt. Als Beispiel eine sogenannte 40 Watt UVC hat nur etwa 10 Watt UVC Leistung. Ich halte aber eine UVC Leistung von 30 Watt ( entspricht einer Gesamtleistungsangabe von ca. 100 Watt ) für notwendig. weil sonst die Einwirkzeit zu lang wird ( siehe unten)
Ich muß also mit der UVC Strahlung so auf mein Objekt donnern daß bei Pflanzen z.B. das Reparatursystem Photolyase keine Chance zur Reparatur hat .

Der nächste Faktor ist Schulphysik : die Lichtintensität nimmt im Quadrat der Entfernung ab. Das gilt auch für UVC. Das heißt ein brauchbarer UVC Strahl ergibt sich im Kreis von rund 20 cm um zB. eine 30 Watt UVC-Leistung. Damit wäre es von der Plazierung ideal die Lampe senkrecht oder waagrecht mittig in das umströmende Medium einzubringen. Einfach auf den Boden legen geht, aber ich verschwende die Lichtleistung der Auflagefläche.
Zweite Forderung : BESSER MITTIG IN EIN ROHR ODER ÜBER EINEN HALTER IN EINEM BEHÄLTER MONTIEREN.
Dabei sind Indium Amalgam Mitteldruckstrahler besser geiegnet, da sie ein gleichmäßigeres Licht nach allen Seiten abgeben, das noch dazu weniger Intensitätsschwankuungen hat. Dabei ist auch das die Röhre umgebende Glas von entscheidender Bedeutung. Nur ein hochwertiges Quarzrohr läßt die Strahlung ausreichend durch. Hier wird klar wo die Preisunterschiede liegen. Hinzu kommt die Qualität der Starterelektronik die entscheidend für die Lebensdauer ist.
Doch um was abzutöten brauche ich immer noch eine weiteren Faktor : die Einwirkzeit.
Hier gilt UV Dosis (mWS/cm2) = Intensität(mW/cm2) x Zeit (s).
Das heißt je höher die Strahlungsleistung und je länger die Bestrahlungszeit, desto größer die Wirkung.Um Organismen zu töten muß ich deren Letaldosis wissen. Das ist die Dosis die ich brauche daß die Zelle die Reproduktionseigenschaft verliert, inaktiviert wird und keine Selbstreparatur mehr vornehmen kann. Dies ist pro Keimart unterschiedlich. Merkt Euch einfach jeder hat ein anderes Quantum, das er saufen muß bevor er tot umfällt. Zu wenig Alkohol beinträchtigt zwar, aber am anderen Tag ist der Bursche wieder fit. So läuft´s auch bei den Bakterien etc. und der UVC.
Die Einwirkzeit z.B. des Pseudomonas auruginosa ( erzeugt bei Koi die Lochkrankheit ) beträgt 16,5, bei Staphylococcen nur zwischen 5,4 - 7 .

Dritte Forderung : DIE UVCLEISTUNG MUSS MÖGLICHST HOCH SEIN UM SICHER DIE LETALE DOSIS ZU ERREICHEN.
Das vorallem weil noch ein weiterer Faktor eine Rolle spielt : Die Teilungszeit der Bakterien.
So ist zb. die gängiste Teilungszeit der in Frage kommenden Bakterein im Teich 2 - 3 Stunden. Das heißt aber in weniger als dieser Zeit muß der gesamte Teichinhalt an der UVCLampe vorbeigeströmt sein, sonst erreiche ich keine Reduktion von Bakterien sondern nur einen verlangsamten Anstieg !!

Die erfoderliche Strömung steht aber im Widerspruch zur Einwirkzeit, denn die sollte lang sein , was aber nur bei langsamer Strömung der Fall ist . Auch hieraus ergibt sich die Forderung nach einer hohen UVC LEistung.

Vierte Forderung : DAS GESAMTE TEICHVOLUMEN MUSS IN EINER ZEIT AN DER UVC LAMPE VORBEIGEFÜHRT WERDE DIE UNTER DER TELUNGSZEIT DER ZU BEKÄMPFENDEN BAKTERIEN LIEGT.

Das heißt aber für die Praxis sinnvoll für alle Einsätze ist eine Indium Amalgam Mitteldrucklampe die mindestens 30 Watt UVC hat und normalerweise eine Länge von mehr wie 90 cm ( Einwirkzeit ) hat.

In meiner Darstellung habe ich noch unterschlagen die verminderte Leuchttiefe bei trüben Wasser etc. was die Sache noch komplexer macht, geringere Empfindlichkeit von Sporen etc.

Also bei einem vernünftigen UVC Einsatz gehören UVC Lampem mit Gesamtleistung von 40 Watt in einer Edelstahlröhre - wegen der Reflexion hihi - von 10 cm Durchmesser in die Küchenzeile einer Puppenküche und nicht in den Teich. Sie erzeugt weder die notwendige Einwirkzeit, noch den notwendigen Durchfluß noch die notwendige UVC Leistung. Sie frißt nur Strom und kostet Geld bei Beschaffung der Ersatzlampe.

Nun kann sich eigentlich jeder anhand seiner Teichparameter ausrechnen welche und wieviel UVC Lampen er braucht. Ein 100 m3 Teich ist auch nicht mit einer noch so starken UVC zu bewältigen.
Die Wasserwirtschaftsämter haben in ihren Becken ganze UVC Reihen hintereinandergeschaltet.
.
Und die ideale Reihenfolge sollte immer sein Klarwasser ( z.B. nach Vorfilter ) UVC Feinfilter.
Nach der UVC wir so gleich die verklummte Alge abgefangen.
Ich hoffe ich konnte Euch helfen

Gruß
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Wie so oft wußte man schon einiges, manches sieht man anders und einiges ist auch in der Wirklichkeit nicht unbedingt umzusetzen.
Trotzdem :thumright:
Viele hauen einen Kommentar rein und dann kommt nichts mehr, Du hast mich eines besseren belehrt.
Gruß Dirk
 
Hallo Dirk,
jetzt bin ich total hin und her. Der TMC passt definitiv nicht in mein bestehendes Filtersystem, bzw. ich kann ihn nicht dazwischen platzieren.
Die Tauch-UVC passt auch nicht in den Pumpenkasten, da ich dort die Wände UND auch die Pumpe schützen muß.
ABER vielleicht kann ich die Tauch-UVC in mein 2tes Modul mit dem Sieb platzieren? Dort hätte ich ggfs. mehr Platz.

Weißt Du, ob ich bei dem Modul mit den Bioballs die Bioballs gegen Helix einfach austauschen kann? Oder ich kaufe mir einfach ein leeres Modul und befülle es mit Helix. Das geht doch auch.?

Gruß Elmar
 
Hallo Elmar,
die Lösung mit der Tauch-UVC ist nicht einfach. Die Filtergehäuse sind nicht das Problem mit der Strahlung, ich sehe mehr das Problem mit den ganzen Plastikteilen die im Filter verbaut sind - Schieberstangen usw.. Somit fällt der Einbau in die Vorfilterkammer (Sieb) auch flach.
Ausstausch von Bioballs gegen Helix ist eigentlich Geldverschwendung, weil die Bioballs ja aufgereit sind und die kein anderer mehr verwenden kann, mußt Du also entsorgen.
Schlussendlich - dank der gutdurchdachten Verkaufspsychologie der Herstellerfirma, wirst Du wohl die originalen Anbauteile benutzen müssen und nochmal richtig in die Tasche greifen.
So etwas nennt man Produktbindung.
Gruß Dirk
 
Hallo,

ich habe meine Tauchuvc einfach in der Rückleitung zum Teich. Der Vorteil alles Wasser läuft daran vorbei, die Wirkung der Strahlung ist rundherum und ausreichend und sollte wirklich das Rohr irgendwann Schaden nehmen - lt. Hersteller wir es nur spröde und das in 10 - 20 Jahren - tausche ich es einfach aus. Dir Röhre führe ich über ein T-Stück ein ( einfach T-Stück, Kappe drauf, Loch für die UVC in die Kappe und UVC an der Kappe festgeschraubt ). Funktioniert wie die Sau.
Gruß Wolfgang
 
Natürlich geht das auch, dafür müßte man aber auch was an Bildmaterial haben wie die ganze Teichfilteranlage verbaut ist. Bei O.... ist halt nicht Standart und mit den Zu- u. Rücklaufen so eine Sache.
Ich habe die Technik damals in meinem Patronenfilter auch so eingebaut und bei den Reihenfiltern mit Steigrohr ist das auch möglich.
Gruß Dirk
 

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Warum so kompliziert ? Vielleicht hab ich was überlesen.

Ich würds so machen. Die Module von O... sind super. Aber nur die Gehäuse. :wink: :lol:

Schmeiß das Innenleben raus. Dann Platten nach UP-Flow -Prinzip rein. HEL-X rein fertsch.

Tauch UVC wie Wolfgang schon sagte in die Rückleitung, entweder so wie er sagte oder als größenmäßig erweiterter Rohrreaktor. fertig.

Falls Module nicht vorhanden, dann nur als Gehäuse kaufen. Spart Kosten.

Wie gesagt, die Module als Basis ( Gehäuse ) sind genial. Nur Preislich auch leider daneben.

Grüßle Karlchen :D
 
Die Module von O... ausschlachten, daß ist aber eine teuere Soße.
Bevor er soviel Aktion unternimmt kann er sich besser noch ein Bioblock-Modul und die Standart-UVC dazukaufen, bei seiner Teichgröße ist das schon gut.
Gruß Dirk
 
Was soll er denn mit noch einem Modul mit Mü...Innenleben ?

Klar ist das Rausschmeißen des Innenleben Teuer. Aber wenn das Modul nun mal da ist muß man das Beste draus machen. Und dann baut man es halt um. Und schon klappts. Wenn noch nicht vorhanden , dann nur das Gehäuse nehmen. Das is klar. Aber auf keinen Fall nochmal nen komplettes Modul.

UVC im Orginal. Upps. :stille: Da sag ich lieber nix.Sonst krieg ich wieder Ärger.

Nimm die Tipps mit der Tauch-UVC, is besser.

Wenn nicht gewollt, dann wenigstens ne TMC.


Nicht die Größe bzw Anzahl von Modulen eines Modularfilters ist entscheidend, sondern nur sein Aufbau und die dadurch ergebende Effecktifität. Also immer selbst mitdenken, und nicht allen Versprechungen der Werbung vertrauen.

Alles Andere erfreut nur den Händler. :lol:


Grüßle Karlchen :D
 
Hallo Karl(chen),
Hallo Leute,

ich werde am Wochenende mal Fotos von meiner Filteranlage schießen und dann einstellen.

Das O...Modul mit den Bioballs kann ich günstig erwerben. Wenn ich mir die Einzelteile hole, dann bin ich fast genauso teuer.
Ich möchte meine Filteranlage eigentlich immer etwas verbessern. Alles für die Kois und das Wasser. Aber da ich nun mal das System von O... habe und ich schon einiges an Geld darin investiert habe, kann ich nicht einfach jetzt alles übern Haufen werfen und komplett auf ein anderes Filtersystem umstellen. Das alte würde ich ja nicht verkauft bekommen, bzw. um ein vielfaches weniger.
Wenn ich das Modul später (meine Anlage ist noch ausgeschaltet) mit Hel-X befülle, dann kann ich ja die Bioballs ggfs. bei eBay als Ersatzteil für andere einstellen.
Mit dem UVC-Klärer muss ich nochmal mein Filtermodul ausmessen. Eine Tauch-UVC wäre mir am liebsten. Aber das können wir ggfs. nach der Durchsicht meiner Filterfotos besprechen.

Gruß Elmar
 
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