Winterfutter/Herbstfutter

="Scubi

Der Fisch im Teich kam aus einer, ich sage mal "Alte Hasen" Hälterung. Mit anderen Worten kann man es auch so ausdrücken. Der Fisch war total verweichlicht.

Gruß Alois


...und dann kam er in eine Güllegrube :roll: :lol:


Gruß

Karlheinz
 
Hallo Mathias,
Molch schrieb:
Könnte dies daran liegen, dass es sich hier um ein Land handelt, in dem der Koi in sehr großer Zahl, in einem sehr langem Zeitraum, bei sehr ungünstigen Temperaturbedingungen verbringt?
das glaube ich weniger.
Molch schrieb:
Hierbei würde ich ein Ost-Westgefälle für relevant halten.
Nicht nur in den USA und Großbritannien, auch in Polen und der Tschechoslowakei findet man nichts darüber. Die beiden letztgenannten Länder sind in Europa führend bei den Veröffentlichungen rund um Karpfen/Koi.
 
Hallo Alois,
Scubi schrieb:
Der Fisch war total verweichlicht.
diese Aussage wird gerne benutzt (z.B. auch gegenüber Ozonanwendern), so was halte ich für nicht gegeben. Denn dann müssten alle Karpfen in der freien Natur total verweichlicht sein.
Scubi schrieb:
Wie kann man das EMS jetzt also erklären?
Hast Du da Antworten?
Ich denke mal es ist eine Kombination vieler Faktoren deren negative Auswirkungen auf die Koi sich addieren. Rainthanner hat da eine sehr gute Erklärung in einem anderen Forum geschrieben.
Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, manche Koihalter gefährden ihre Koi durch die (frühzeitige) Winterabdeckung.
In den USA wird die relativ hohe Erkrankungsrate/Sterblichkeit im Frühjahr mit dem "Aeromonas-Fenster" begründet.
Das Aeromonas-Fenster ist der Temperaturbereich 8-15°C. Den sollte man tunlichst vermeiden.

Aus meiner Sicht sind, neben einigen anderen, zwei Aspekte bezüglich Frühjahr und Erkrankung zu beachten.
1. Parasiten/Bakterien und Immunsystem der Koi, Angaben in % Leistung.
<5°C; Immunsystem Koi <3%; Aeromonas <3%, Nitrobacter <3%; Nitrosobacter <3%; Parasiten kaum Vermehrung
10°C; Immunsystem Koi <3%; Aeromonas 50%, Nitrobacter 20%; Nitrosobacter <3%; Parasiten langsame Vermehrung
12,8°C; Immunsystem Koi 15%; Aeromonas 65%, Nitrobacter 25%; Nitrosobacter 3%; Parasiten aktiver
15,6°C; Immunsystem Koi 20%; Aeromonas 100%, Nitrobacter 40%; Nitrosobacter 5%; Parasiten deutlich aktiver
21,1°C; Immunsystem Koi 80%; Aeromonas 100%, Nitrobacter 50%; Nitrosobacter 70%; Parasiten sehr aktiv
26,7°C; Immunsystem Koi 95%; Aeromonas 100%, Nitrobacter 95%; Nitrosobacter 95%; Parasiten aktiv

2. Ernährung.
>13°C; Energiebilanz in der Regel ausgeglichen bis positiv. Koi nimmt zumindest genügend Energie für Grundbedarf auf.
8-12°C; Koi verbraucht deutlich mehr Energie als er aufnimmt. Muss, falls vorhanden, sehr stark auf Reserven zurückgreifen.
<8°C; Koi verbraucht mehr Energie als er aufnimmt. Muss, falls vorhanden, auf Reserven zurückgreifen.

Ich kann mich ja irren, aber ich bin mir fast sicher, die längste Zeit werden die Koi in den Monaten November bis April im Bereich 8-12°C gehalten. Genau in dem Temperaturbereich wo alle negativen Effekte zusammenkommen.
 
Scubi schrieb:
Hansemann,

warum nutzt Du nur 6 Monate? Verständlich ist mir ja, das die Koi irgendwann weniger nehmen und auch mit weniger im neuen Jahr anfangen.
Aber, von März bis Oktober futtern mir meine Koi die Haare vom Kopf.
Das sind bei mir 8 gute Monate.

In den Monaten November bis Ende Februar nehmen Sie wenig oder gar nichts. Das ist bei meinem Naturnahen Teich je nach Witterung abhängig.

Mein Teich ist unabgedeckt und nicht beheizt.

Gruß Alois

Morgen Alois,
ich füttere doch 9-10 Monate (mittels Heizung bis Ende Dezember auf mind. 16 Grad).
Im kleinen gepumpten ehemaligen Goldfischteich aber nicht, das heißt es Ende Oktober Filter aus und Futterende, ab März/April wieder Filter an. Die Fische fressen in dem eher "natürlichen" Tümpel aber weiter, halt Fadenalgen etc. EMS haben die seit vielen Jahren sichtbar nie, stehen schon seit Wochen ruhig an der "tiefsten" Stelle.
Ob EMS ein Thema wäre, bei auschließlicher Fütterung mit Baumarktsticks (Hasenfutter wurde das auch gerne genannt :lol: ) in diesem Teich wäre möglich, da können Klaus und Mathias schon Recht haben mit einer. Früher gab es eventuell noch keinen 2 Wellenextruder usw., vielleicht war vor 10 Jahren die Futterqualität wirklich weniger ausgefeilt.

Viele Grüße
Hans
 
Hallo Mikrobe,

sehr interessant was Du da gelistet hast (!)

sag mal wenn ich falsch liege ... wenn ich mir das so alles durch lese
komme ich zu dem Schluss daß die durchschreitung der Temperatur
8-15°C von Herbst in den Winter nicht so schlimm anzusehen ist
wie vom Winter in das Frühjahr ?

somit sollte man auch im Frühjahr schauen daß man so schnell
wie möglich über 15°C (nicht 12°C) kommt ?


Gruss

Josef
 
Mikrobiologie schrieb:
Ich kann mich ja irren, aber ich bin mir fast sicher, die längste Zeit werden die Koi in den Monaten November bis April im Bereich 8-12°C gehalten. Genau in dem Temperaturbereich wo alle negativen Effekte zusammenkommen.

Hallo Mikrobe!

Molch schrieb:
Könnte dies daran liegen, dass es sich hier um ein Land handelt, in dem der Koi in sehr großer Zahl, in einem sehr langem Zeitraum, bei sehr ungünstigen Temperaturbedingungen verbringt?
Mit sehr ungünstig und sehr lange verbinde ich Temperaturen von 12°C bis 4°C in einem Zeitraum von 6 Monaten.

Mikrobiologie schrieb:
Hallo Mathias,
Molch schrieb:
Könnte dies daran liegen, dass es sich hier um ein Land handelt, in dem der Koi in sehr großer Zahl, in einem sehr langem Zeitraum, bei sehr ungünstigen Temperaturbedingungen verbringt?
das glaube ich weniger.

:?: :(

Mikrobiologie schrieb:
Molch schrieb:
Hierbei würde ich ein Ost-Westgefälle für relevant halten.
Nicht nur in den USA und Großbritannien, auch in Polen und der Tschechoslowakei findet man nichts darüber. Die beiden letztgenannten Länder sind in Europa führend bei den Veröffentlichungen rund um Karpfen/Koi.

Mit Ost-Westgefälle meinte ich schon die Temperaturunterschiede innerhalb Deutschlands im Jahresverlauf.
Ein ungeheizter Teich in Görlitz hat es schwerer, als in Köln.
Ist die Koiszene in Polen und Tschechien zahlenmäßig wirklich mit der in D vergleichbar?
Setzt man in noch ungünstigeren Gegenden häufiger auf Heizung und IH?
Macht man sich in D zu wenig Gedanken bzgl. Überwinterung?
 
Hallo Josef,
Thale312 schrieb:
wenn ich mir das so alles durch lese
komme ich zu dem Schluss daß die Durchschreitung der Temperatur
8-15°C von Herbst in den Winter nicht so schlimm anzusehen ist
wie vom Winter in das Frühjahr ?
Deine Schlussfolgerung ist korrekt. Im Herbst ist (normalerweise) der physiologische Zustand (Immunsystem, Ernährung) nahezu optimal vor dem Erreichen des kritischen Temperaturbereiches. Nach den langen Wintermonaten ist der physiologische Zustand sehr stark reduziert vor dem Erreichen des kritischen Temperaturbereiches, wenn den die Temperatur einige Zeit unter 8°C gehalten wurde.
Thale312 schrieb:
somit sollte man auch im Frühjahr schauen daß man so schnell wie möglich über 15°C (nicht 12°C) kommt ?
So schnell wie möglich ist ein dehnbarer Begriff. Die Temperaturänderung sollte schon nicht im Hauruckverfahren erfolgen.
 
Hallo Mikrobe,

Deine Schlussfolgerung ist korrekt. Im Herbst ist (normalerweise) der
physiologische Zustand (Immunsystem, Ernährung) nahezu optimal vor dem
Erreichen des kritischen Temperaturbereiches. Nach den langen
Wintermonaten ist der physiologische Zustand sehr stark reduziert vor dem
Erreichen des kritischen Temperaturbereiches, wenn den die Temperatur
einige Zeit unter 8°C gehalten wurde.

Danke (!) ... ich werde daß im Hinterkopf abspeichern (!)

So schnell wie möglich ist ein dehnbarer Begriff. Die Temperaturänderung sollte schon nicht im Hauruckverfahren erfolgen.

bisher habe ich daß auf gut dünken gemacht ... aber es soll
ja auch Sinn machen.

mehr wie 1°C am Tage schaffe ich ohnehin kaum ... darum dachte
ich an ca. 1°C pro Tag Temperaturzuwachs ... so von 8°C auf 15°C
in ca. 8 Tagen ... ist das zu schnell ?

ich könnte mich auch 1/2°C pro Tag hoch arbeiten ?
was wäre die vernünftigste Variante ?

Gruss

Josef
 
Hallo,
also für uns alte " Ofenknechte " bedeutet das solange es nicht richtig kalt ist,
den Teichofen kacheln. Dann runter mit der Temperatur und im zeitigen Frühjahr bei angemessenen Aussentemperaturen den Teich wieder langsam hochfahren.....

@ Josef
Wenn Deine Frau das nächste Mal Steaks zubereitet, vorher den Ofen ankacheln und in die Restglut lecker Grillkartoffeln geben.

Grüsse Rainer
 
Hallo Josef,
Thale312 schrieb:
mehr wie 1°C am Tage schaffe ich ohnehin kaum ... darum dachte ich an ca. 1°C pro Tag Temperaturzuwachs ... so von 8°C auf 15°C in ca. 8 Tagen ... ist das zu schnell ?

ich könnte mich auch 1/2°C pro Tag hoch arbeiten ?
was wäre die vernünftigste Variante ?
ist eigentlich beides machbar. Der Temperaturunterschied sollte nur nicht über 2°C pro Tag sein.
 
Hallo Mathias,
Molch schrieb:
Ist die Koiszene in Polen und Tschechien zahlenmäßig wirklich mit der in D vergleichbar?
meine Aussage bezog sich auf Karpfen/Koi. Für Koi alleine ist die Datenlage "überschaubar". Leider wird schon mal eine Studie aus der Aquakultur über Karpfen 1:1 auf Koi übertragen. Oder noch besser, eine Studie über eine andere Fischart dient als Beleg für Aussagen bezüglich Koi.
Molch schrieb:
Setzt man in noch ungünstigeren Gegenden häufiger auf Heizung und IH?
Wie sich das verteilt, keine Ahnung.
Molch schrieb:
Macht man sich in D zu wenig Gedanken bzgl. Überwinterung?
Ich würde eher sagen man macht sich die falschen Gedanken.
 
Hallo Mikrobe,

ist eigentlich beides machbar. Der Temperaturunterschied sollte nur nicht über 2°C pro Tag sein.

Danke (!) ... so wird das künftig gehandhabt

Servus Rainer,

auch für Dich nicht ganz uninteressant oder? :wink:

meine grösste Leidenschaft ist Grillen & mein Pizzaofen ... nach fast 2 Jahren
am Teich rum wursteltn knüpfe ich da nächstes Jahr wieder an 8)

des war jetzt alles etwas OT ... aber die Geschichte mit der Temperatur
war für mich ganz interessant ... jetzt aber weiter mit dem Futtertread :)

Gruss

Josef
 
Mikrobiologie schrieb:
Nicht nur in den USA und Großbritannien, auch in Polen und der Tschechoslowakei findet man nichts darüber. Die beiden letztgenannten Länder sind in Europa führend bei den Veröffentlichungen rund um Karpfen/Koi.


...... und das von Dir , wo du mir doch immer "altes Wissen" vorwirfst ! :lol: :lol:

..... oder "festhalten an altem Wissen" und Weigerung neues anzunehmen vorwirfst.



Ist echt OFF ... aber den mußte ich jetzt reinmachen ... ging nicht anders :wink:



Gruß Klaus , dem die Nitrobacter immer noch nicht gefallen . :study:
 
.... ansonsten danke für deinen langen Beitrag , der sicher zur Erhellung beitragen kann!

Sollten nicht auch die Pseudomonaden eine Rolle spielen ,
oder hast du dort keine Daten für deren Temperaturaktivitäten gefunden?


Da diese Aeromonas-Werte nicht weiter spezifiziert sind ....

...können wir hier nicht massgeblich mit UVC im Winter gegensteuern ??
 
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