Viele Parallelen zum Winter 2010

Hi Ulli,
richtig gut beschrieben, so in etwa bin ich schon über 10Jahre im Winter immer gut über die Runden gekommen. Ich denke aber die meisten Besitzern von Koiteichen wissen schon das der Teich nicht komplett zufrieren darf und zur Not auch geheizt werden muß. Als ich gemerkt hab das mein Heizkabel nicht reicht, kam eine stärkere Heizung in die Pumpenkammer.Auch wenn's dann halt mehr kostet.;)
Die Todesfälle gibts wohl hauptsächlich in Gartenteichen wo die Besitzer alles abstellen und glauben mit Futter reinwerfen ist alles getan. Wenn dann noch kein Wasserwechsel gemacht wird, muß man sich nicht wundern.
Aber wie du schon davor geschrieben und gefragt hast, ist auch der Grund des Sterbens wichtig, um sowas dann in Zukunft zu vermeiden.
FG Fabi
 
Da muss ich doch die Gartenteichbesitzer ein wenig in Schutz nehmen.
Ich kenne genug Gartenteiche, in denen Koi problemlos durch den Winter kommen.
Gemeinsam ist diesen Teichen, dass sich die Besitzer um den ausreichend tiefen Teich und dessen Besatz kümmern, d.h. die Koi und der Teich werden entsprechend auf den Winter vorbereitet.
Das Zufrieren des Teiches mit Grau- bzw. Schwarzeis ohne Schnee wird im Winter positiv bewertet, da diese Eisdecke den Teich auch vor weiterer Auskühlung schützt. Schwarzeis ist transparent und ermöglicht es, dass ein signifikanter Teil der Sonnenstrahlung in das Wasser gelangt.
Trotz niedriger Temperaturen reicht dieses Licht aus, um die Photosynthese von Sauerstoffpflanzen (wie Wasserpest, Hornblatt, Tannenwedel oder Nadelsimse) zu ermöglichen.

Voraussetzung ist auch, dass durch entsprechende Maßnahmen eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Koi sichergestellt wird.
Trotz der Lichtdurchlässigkeit bleibt die Eisdecke eine Barriere für den Gasaustausch. Faulgase können nicht raus, und frischer Sauerstoff aus der Luft kann nicht rein. Besonders in flachen, nährstoffreichen Teichen kann dieser unterbundene Gasaustausch oft zum sogenannten Winterstau führen. Um dieses Risiko zu minimieren, werden passive oder aktive Eisfreihalter eingesetzt. Die Fütterung wird entsprechend den Wassertemperaturen verringert bzw. ganz eingestellt.

Wenn der Besatz nicht übermäßig hoch ist, wird sich bei Reduzierung der Durchmischung des Teichwassers eine Schichtung einstellen, die den Koi eine Komfortzone von 4 °C bietet (Stichwort: Dichteanomalie des Wassers), in denen sie auch ohne Heizung/Abdeckung gut über den Winter kommen.
Wenn Koi diese Komfortzone verlassen, hat das Gründe, die zu klären sind. Häufig ist die mangelhafte Sauerstoffversorgung, Faulgase etc. die Ursache. Und das ist dann oft der Supergau, den es zu verhindern gilt.
 
@U9587li so viel zu Theorie und Wirklichkeit. Wenn das Wetter verrückt spielt, dann hat ein Teichbesitzer keinen Einfluss darauf, ob das Eis klar oder trüb ist. Bei Dauerfrost kann man die Geschichte mit der Dichteanomalie des Wassers auch vergessen, weil der Dauerfrost die Kälte nach und nach runter drückt, so dass es am Boden selbst in 2 m Tiefe unter 2° kalt werden kann.
Es funktioniert in vielen Teichen mit zu frieren, es funktioniert auch in vielen Teichen, ohne Filter und sogar ohne Sauerstoff.
Wer meint, seinen Teich unbedingt so betreiben zu müssen, der muss dann im Frühling eben in Kauf nehmen, dass das ein oder andere Tier es möglicherweise nicht geschafft hat. Wenn ein Teichbesitzer das in Ordnung findet und es ihn nicht weiter stört, dann ist das wohl so. Es ist aber weder richtig, noch empfehlenswert und die vielen toten Tiere in diesem Winter und die, die jetzt noch wegen dem Winter kommen, sollten Grund genug sein, sich nicht auf das Glück zu verlassen.
Es wird in so vielen Teilchen angenommen, dass die Temperatur am Boden ausreichend ist, der Sauerstoffwert stimmt, die Wasserwerte gut sind oder es den Fischen gut geht. Fragt man aber nach den Werten oder der Temperatur, erntet man häufig Axel zucken und wird bestenfalls auf Google verwiesen. Da steht ja schließlich, wie es im Teich aussieht. Die meisten würden einen riesen Schreck bekommen, wenn sie dann mit geeigneten Gerätschaften die Parameter überprüfen würden.
 
Hi Konny,
in der Tat sollte man sich nicht auf sein Glück verlassen.
Ein vorausschauendes Teichmanagement mit vorbereitenden Maßnahmen im Frühherbst und entsprechenden Maßnahmen im Winter hat aber auch mit Glück nun gar nicht zu tun.
Ob die- bereits genannten - Maßnahmen tatsächlich von den Teichbesitzern durchgeführt werden, ist ein völlig andere Sache.

Es liegt in der Natur Deiner Tätigkeit, dass Du zu Teichen gerufen wirst, bei denen gewaltig etwas schiefgelaufen ist. Aber meinst Du nicht, dass es sinnvoll ist, herauszubekommen, was die Ursachen des Desasters waren?

So ist der Feind der Schichtung in einem Teich ist in unseren Breitengraden nicht der Dauerfrost, sondern die vertikale Durchmischung durch die verwendete Teichtechnik unterstützt durch einen entsprechenden Überbesatz.
Dass sich Schichtungen in Teichen einstellen, stammt nicht aus dem Bereich der Märchen und Mythen, sondern lässt sich durch zahlreiche Messungen mit kalibrierten Messgeräten in den unterschiedlichsten Teichen in Deutschland, Österreich u. a. belegen. Auch Weißeis auf dem Teich ist kein Schicksalsschlag, sondern lässt sich durchaus minimieren.

Wer meint, seinen Teich unbedingt so betreiben zu müssen, der muss dann im Frühling eben in Kauf nehmen, dass das ein oder andere Tier es möglicherweise nicht geschafft hat.

Diese Aussage ist so nicht haltbar. Du stellst damit sämtliche Teichbetreiber, die nicht abdecken bzw. heizen ohne jegliche Differenzierung an den Prangen. Das ist einfach nicht korrekt.

Ich kann für meinen Teich mit Sicherheit sagen, dass die Koi sich während des Winters vorwiegend in dem Bereich des Teiches aufhalten, in denen eine Wassertemperatur von 4 °C herrscht. Und diese Temperatur wurde auch bei Lufttemperaturen von -10,2 °C auch ohne Heizung und Abdeckung über den Winter gehalten. Und mein Teich ist da sicherlich nichts besonderes. Selbst in Skandinavien gibt es Teiche, bei denen sich unter den entsprechenden Voraussetzungen eine Schichtung einstellt.

Auch ein Massensterben der Koi in den vergangenen Wintern ist in den mir bekannten Teichen (Gartenteiche als auch hochtechnisierte, klassische Koiteiche) glücklicherweise nicht aufgetreten.
 
Zum einen, hast DU die Temperatur am Teichboden gemessen?
Ich komme an Teiche mit oder OHNE Filter und erlebe das gleiche. In Teichen ohne Filter nur meist schlimmer!!!!
Aber das ist nicht nur bei mir so: Facebook ist gerade voll damit. Voller als sonst!!!

Und ja, ich prangere an, das da, wo es nicht ausgreicht hat alles wie immer zu tun, und es zu kalt wurde, nur abgewartet und auf Glück gesetzt hat ohne gegen zu steuern. Das weder Temperatur noch Wasserwerte kontrolliert wurden.

Wenn jemand seinen Oleander jedes Jahr im Garten überwintert und der diesen Winter eingegangen ist sagt jeder: Das hätte man wissen müssen das der das nicht verträgt. Beim Koi wird diskutiert wie viel er wo oder wie aushaten kann. Dem Tier wird sein überleben in für ihn nicht wirklich lebensguter Umgebung schöngeredet weil er nicht gestorben oder krank geworden ist.

Ich schätze mal das deutlich mehr Teiche mit Filterung ohne Probleme durch den Winter kommen als die abgeschalteten und zugefrorenen. Das zeigt nicht nur meine Erfahrung jeden! Frühling. Daran wird sich auch nichts ändern, egal ob dieses Jahr viele Koi sterben und krank werden durch den Frost oder nicht. Schließlich gibt es ja genug wo es zum Glück gut geht. *Augenroll*

Ach ja, ein viel gelesener Satz dieser Tage lautet: Jetzt hat es mich auch erwischt. NEIN, es hat die Fische erwischt die kein Glück hatten!!!
 
Zum einen, hast DU die Temperatur am Teichboden gemessen?
Ja - ich messe die Wassertemperatur mit kalibrieten Thermometern am Teichboden und in einer Höhe von 1 m, und an der Wasseroberfläche.
Den Sauerstoffgehalt kontrolliere ich mit dem VOLTCRAFT DO-101. Ein TMT-519 kommt auch noch zum Einsatz. Die restlichen Wasserwerte werden mit Tröpfchentests überprüft. Das mache ich regelmäßig über das gesamte Jahr.

Und ja, ich prangere an, das da, wo es nicht ausgreicht hat alles wie immer zu tun, und es zu kalt wurde, nur abgewartet und auf Glück gesetzt hat ohne gegen zu steuern. Das weder Temperatur noch Wasserwerte kontrolliert wurden.

Das ist auch richtig so.

Aber darum geht es hier nicht. Das sollte Dir klar sein, wenn Du meine Beiträge gelesen hast.
 
so ihr beiden. jetzt ist der stille mitleser komplett raus. ihr seid wohl beide kompetent und doch ziemlich gegensätzlicher meinung, was "filter oder aus" betrifft. was soll "er/sie" denn jetzt heraus lesen?
 
Ich hab überhaupt kein Problem damit, wenn ein Filter ausgeschaltet wird. Das ist nicht das Problem in den Teichen. Es gibt Teiche, an denen ich das explizit empfehle. Ein ausgeschalteter Filter bedeutet aber nicht, dass man sich nicht mehr um den Teich kümmern muss. Und da liegt der Hase im Pfeffer.
Viele Teichbesitzer, die den Filter ausschalten, glauben dass das der Moment ist, an dem sie den Teich bis zum Frühling sich selbst überlassen können. Spätestens hier ist dann der Beginn einer verhängnisvollen Kette möglich.
Auch bei einem ausgeschalteten Filter kann man sich um die Temperatur im Teich kümmern, füttern und Teil Wasserwechsel vornehmen. Wenn die Fische im Sommer/Spätsommer gut gefüttert wurden, können Sie auch eine Weile ohne Futter auskommen, aber Teil Wasserwechsel können die meisten Teiche nicht vernachlässigen. Auch und vor allem nicht im Winter. Der Filter ist im Winter nicht überlebenswichtig. Er ist nur für die meisten Teichbesitzer der Inbegriff von kümmern.
 
mal so aus meiner weniger kompetenten sicht: läuft der filter, wenn auch auf sparflamme, wird das wasser 24/7 durchmischt. kälteeintrag von oben, wo es natürlich am kältesten ist. selbst wenn keine klassische schichtenbildung stattfindet, wird es sich doch weniger vermischen, was zur folge hat, dass es unten mindestens etwas wärmer ist. und da jedes grad zählt, kann es doch nicht verkehrt sein.
 
und doch ziemlich gegensätzlicher meinung,
Hi Phil,
das glaube ich noch nicht einmal.
Ich halte eine differenziertere Betrachtung für notwendig und habe nur versucht, den Fokus darauf zu richten, aber auch grundlegende Gemeinsamkeiten aufzuzeigen.
So kann man meiner Meinung nach z.B. auch die Frage, Pumpe an oder aus und auch andere Maßnahmen nicht auf Sinnhaftigkeit hin überprüfen, ohne den Teich zu kennen bzw. die Bedingungen, unter denen die Koi gehalten werden.
 
Ich schätze mal das deutlich mehr Teiche mit Filterung ohne Probleme durch den Winter kommen als die abgeschalteten und zugefrorenen.
Das überrascht mich nicht. Es liegt in der Natur der Sache, wenn der Filter läuft wird auch mehr auf das Gesamtkonzept geachtet.

Die Abschaltung der Filteranlage bringt relativ wenig Vorteile für die Überwinterung der Koi. Eher ist aus meiner Sicht das Gegenteil der Fall da dies zu anderen Schwierigkeiten führen kann.
Letztlich entscheidend ist die Einschätzung der Gesamtlage von Teich zu Teich, allgemeine Empfehlungen sind schwierig ohne alle Faktoren zu kennen. Größe und Tiefe des Teiches, Flow, Lage, Abdeckung ja/nein, Heizung ja/nein, vernünftige Fütterung ja/nein, Messung Wasserparameter ja/nein, Wasserwechsel ja/nein, Naturteich oder "Badewanne", sowie Konditionierung und Gesundheit der Koi spielen eine wichtige Rolle um die Koi gut über den Winter zu bekommen.
 
doch ziemlich gegensätzlicher meinung,
dein Gedankengang kann ich ein wenig nachvollziehen.
Gedanklich bin ich eher bei Ulli, normalisiert er das Ganze und verweist auf eine differenzierte Betrachtung.
konny verfolgt vielleicht mit der für mich etwas übertriebenen Negativierung auch ein anderes Ziel und möchte nur etwas
aufrütteln und aufwecken.
Ich für meinen Teil habe wenig über Verluste gehört.
War es ein Winter, wie ein Winter nun mal ist oder sein kann, kenne ich und meine Fische , kannte ich und meine Fische.
Bin aber auch nicht in jeder zugänglichen Kommunikationsplattform unterwegs.
Ich meine, man muss sich ja auch nicht überall und immer verrückt machen lassen und die Kirche da stehen lassen wo sie hingehört.
 
konny verfolgt vielleicht mit der für mich etwas übertriebenen Negativierung auch ein anderes Ziel und möchte nur etwas
aufrütteln und aufwecken.
Ich für meinen Teil habe wenig über Verluste gehört.
Ich schon. Laut einer Koiärztin war/ist es diesen Winter so schlimm wie lange nicht. Und auch sie beklagt die "Blauäugigkeit" gerade von sehr erfahrenen und auch neuen Koihaltern.

Ich mache das jetzt mal so geheimnisvoll wie MK. :D
Wer eine ausführliche Zusammenstellung über die Haltung von Koi im Freien über den Winter - und was man beachten sollte - bekommen möchte kann mir gerne per PN eine Email Adresse zukommen lassen.
 
Ich schon. Laut einer Koiärztin war/ist es diesen Winter so schlimm wie lange nicht. Und auch sie beklagt die "Blauäugigkeit" gerade von sehr erfahrenen und auch neuen Koihaltern.
Nun bin ich kein Koiarzt und kenne auch nur ca 25 Teich. In 23 davon schwimmen ehemalige Koi von mir, daher mein Interesse.
Auch sind sie nur über Meck- Pomm, Brandenburg und Sachsen- Anhalt verteilt. Daher habe ich ja auch unüberhörbar geschrieben.
" Ich für meinen Teil". Um kein Geheimnis draus zusammen, es sind verschiedenartig angelegte Teiche mit Technik von - bis.
Vielleicht waren die 3 genannten Bundesländer nicht die Kältesten, aber zeichnen sich dennoch als besonders kalte Region für Januar und Februar 2026 in Deutschland aus.
Wer als sehr erfahrener Koihalter blauäugig ist, hat natürlich Fehler gemacht und sich mit seiner Erfahrung vielleicht doch überschätzt.
. Es ist aber auch keiner Unfehlbar
Bei unerfahrenen und neue Koihaltern ist es ein Lernprozess, den sie sicherlich dann auch nicht gleich wieder vergessen.
 
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